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Norddeutschland Gallandt tritt aus der AfD aus
Nachrichten Norddeutschland Gallandt tritt aus der AfD aus
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20:10 10.01.2017
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Kiel

Nico Gallandt (56), parteiinterner Kritiker der AfD, verlässt den schleswig-holsteinischen Landesverband mit sofortiger Wirkung. Was „Alternative“ heißt, erschöpfe sich in undemokratischem, parteiinternen Umgang und erzeuge „keinerlei politische Programmatik“, begründete Gallandt den Parteiaustritt. Gallandt, zuvor 40 Jahre CDU-Mitglied aus Güster (Kreis Herzogtum Lauenburg), hatte dem Landesverband vergangene Woche öffentlich vorgeworfen, von einer „Hamburger Gang“ unterwandert zu werden.

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Ausgetreten: Nico Gallandt.

In der AfD verfolgten „politische Tagelöhner die Absicht, sich auf Kosten der Allgemeinheit eine Weile aushalten zu lassen“, sagte Gallandt zu seinem Parteiaustritt. Ihn ärgere auch, dass das Kieler Landgericht Bürgern „jede Form von Rechtsschutz für couragiertes Eintreten gegen satzungswidrige Machenschaften in der AfD Schleswig-Holstein“ verweigere. Unverantwortlich sei zudem die Verpflichtung des von Medien als „NPD-Anwalt“ bezeichneten Juristen Björn Clemens durch die AfD. Das Gericht hatte am Montag eine Entscheidung darüber vertagt, ob der im April 2016 eingesetzte AfD-Vorstand rechtmäßig im Amt ist. Der Vorstand selbst bejaht dies. Die Vorsitzende Richterin deutete an, dass sich das Gericht in dieser Frage für nicht zuständig halten könnte. Eine endgültige Entscheidung will das Landgericht am 30. Januar verkünden. Der ehemalige Lübecker AfD- Kreischef Thomas Thomsen hatte die Justiz angerufen. Partei-Vize Volker Schnurrbusch verwies darauf, dass gegen Gallandt ein Parteiausschlussverfahren lief. Auch gegen Thomsen hat die AfD ein solches Verfahren angestrengt. ctö

LN