Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Gefährliche Zecke erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesen
Nachrichten Norddeutschland Gefährliche Zecke erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 29.01.2019
Eine gefährliche Zeckenart aus Südeeuropa ist nun auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.
Eine gefährliche Zeckenart aus Südeeuropa ist nun auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Quelle: dpa/Symbolfoto
Anzeige
Bokelholm

Zum ersten Mal ist in Schleswig-Holstein eine gefährliche Zeckenart aus dem Süden nachgewiesen worden. Eine Pferdebesitzerin aus Bokelholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sagte dem NDR, sie habe Anfang Dezember am Schweif des Tieres eine vollgesogene Zecke mit gestreiften Beinen entdeckt.

Die Pferdebesitzerin schickte die Zecke ans Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dort stellte sich heraus, dass es sich um eine Zecke der Art Hyalomma marginatum handelte, bestätigte der Zeckenforscher Peter Hagedorn vom RKI am Dienstag. Hyalomma-Zecken können Träger des für Menschen unter Umständen sogar tödlichen Krim-Kongo-Virus und anderer gefährlicher Erreger sein.

Wesentlich Größer als hiesige Zecken

Hyalomma-Zecken sind eigentlich in den Trocken- und Halbtrockengebieten von Südeuropa (von Spanien über Italien bis zur Türkei), Asien und Afrika verbreitet. Seit einigen Jahren wurden einzelne Tiere auch in mehreren Bundesländern nachgewiesen. Von den hiesigen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.

Mehr zur Hyalomma-Zecke

Steckbrief der Hyalomma-Zecken

Zur Gattung der Hyalomma-Zecken gehören 27 verschiedene Arten. Die beiden Zeckenarten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes kamen bisher in Mittel- und Nordeuropa nicht vor. Seit einigen Jahren werden sie in Einzelfällen in Deutschland nachgewiesen, jetzt auch erstmals ein Fall einer Hyalomma marginatum in Schleswig-Holstein.

Übertragen Krim-Kongo-Fieber

Zudem tragen die Tiere andere Krankheitserreger: Die beiden Hyalomma-Arten gelten aus Überträger jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, das mit schweren Blutungen einhergehen kann. Zudem können die Tiere das Alkhurma-Virus tragen, welches das Arabisch Hämorrhagische Fieber auslöst. In einem der 2018 in Deutschland gefundenen Tiere entdeckten Forscher das Bakterium Rickettsia aeschlimannii, einen Erreger des Zecken-Fleckfiebers. Die in Schleswig-Holstein entdeckte Zecke war nach Angaben des Zeckenforschers Peter Hagedorn vom Robert Koch-Institut nicht Träger von Viren schwerer Krankheiten.

Erwachsene Tiere saugen Blut vor allem von großen Tieren - dazu zählt auch der Mensch - und können sich über Strecken von bis zu 100 Metern auf ihre Wirte zubewegen. Larven und Nymphen befallen dagegen eher kleine Säugetiere und Vögel. Da sie bis zu vier Wochen an ihrem Wirt haften, könne sie mit Zugvögeln nach Mitteleuropa gelangen.

Von dpa