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Norddeutschland Nach Zuschauer-Tritt gegen Spieler: Kommen jetzt härtere Strafen für Fußball-Rowdys?
Nachrichten Norddeutschland Nach Zuschauer-Tritt gegen Spieler: Kommen jetzt härtere Strafen für Fußball-Rowdys?
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19:44 02.12.2019
Schlägerei bei Fußballspiel in Lübeck Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Immer wieder Gewaltausbrüche auf Schleswig-Holsteins Fußballplätzen: Am vergangenen Wochenende musste der Krankenwagen beim Verbandsliga-Spiel Eichholzer SV gegen Phönix Lübeck anrücken. Landespolitiker fordern von den Verbänden, jetzt endlich wirksam gegen die Gewalt vorzugehen. Andernfalls würden dem Fußballsport ernste Konsequenzen drohen.

Nach dem Foul fielen die Hemmungen

Ein ruppiges Foulspiel am Beginn der zweiten Halbzeit ließ am Sonntag bei einigen Fans und Spielern alle Hemmungen fallen. Zuschauer stürmten aufs Spielfeld. Ein Tumult. Auch der Foulspieler von Phönix lag am Boden. Ein Zuschauer trat selbst da noch auf ihn ein. Spielabbruch. Rettungswageneinsatz – für den Foulspieler und den Gefoulten Eichholzer. Phönix Lübeck erstattete wegen des Gewaltvorfalls Strafanzeige.

FDP-Abgeordneter: Vereine müssen endlich handeln

„Sportler sind Vorbilder. Wenn nun auf dem Rasen immer häufiger die letzten Hemmungen fallen, dann setzen Spieler, Fans und Vereine den Freizeit- und Amateursport aufs Spiel“, warnt der FDP-Landtags-Sportpolitiker Jörg Hansen – alleine schon, weil sich bald wohl kaum noch genügend ehrenamtliche Helfer und Schiedsrichter finden ließen. Seien Spieler, Fans und Vereine nicht mehr in der Lage, ihre Grenzen zu erkennen, müsse es eben Stadionverbote und Platzverweise hageln. Außerdem müssten die Verbände und Vereine „Kommunikationsteams“ aufstellen, die aufkeimende Konflikte frühzeitig lösen, fordert Hansen.

Fußballverband: Nur 0,05 Prozent Spielabbrüche

Beim schleswig-holsteinischen Fußballverband wiegelt man ab. Man müsse das im Verhältnis sehen, sagt Sprecher Karsten Tolle. Es müsse laut Fußballbund-Zahlen nur eins von 2000 Fußballspielen wegen Gewalt abgebrochen werden. Und das seinen gerade mal 0,05 Prozent.

Allerdings: In anderen Sparten kommen solche Gewaltvorfälle so gut wie gar nicht vor. Er wisse zumindest nichts davon, dass es so etwas mal beim Schwimmen, Reiten oder in einer anderen Sportarten gegeben habe, sagt Stefan Arlt, Sprecher des Landessportverbandes in Kiel.

SPD will Schiedsrichter besser ausbilden lassen

„Die Polizei kann sich deutlich sinnvollere Aufgaben vorstellen, als am Wochenende übermotivierte Balltreter voneinander zu trennen“, sagt der CDU-Innenpolitiker Tim Brockmann. Sein Grünen-Kollege Burkhard Peters sieht in erster Linie die Vereine in der Verantwortung, „ihre eigenen Leute in den Griff zu bekommen, beispielsweise über Fan-Projekte und geschultes Sicherheitspersonal“.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wagner-Bockey ist zurückhaltender. Die Zahl der Vorfälle sei in den letzten Jahren laut Studien nicht gestiegen. Die Vorfälle würden aber über die sozialen Medien mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wagner-Bockey fordert eine bessere Ausbildung junger Schiedsrichter. Sie sollten zunächst einen lebensälteren erfahrenen Coach an ihre Seite bekommen, der mit seiner Erfahrung „zur Entspannung“ beitragen könne.

Neue Regeln zum Schutz der Unparteiischen

Tatsächlich sind aber auch die Schiedsrichter immer öfter das Ziel von Attacken. 2906 Angriffe wurden bundesweit allein in der Saison 2018/19 gemeldet. Die Sportministerkonferenz hat die Fußballvereine daher Anfang November aufgefordert, die Schiedsrichter – wie in anderen Sportarten längst üblich – durch neue Regeln zu stärken. Den Vereinen sollten höhere Geldstrafen aufgebrummt und Gewalttäter sofort und dauerhaft vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden.

Innenminister wollen Gewalttäter härter bestraft sehen

Die Innenminister der Länder wollen auf ihrer Konferenz ab Mittwochabend in Lübeck nachlegen. „So kann es nicht weitergehen. Fußball ist ein Fest und es soll gefeiert werden. Wer das nicht begreift, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen“, kündigt Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Innenminister Lorenz Caffier an. Sein Hannoveraner SPD-Kollege Boris Pistorius drängt auf ein bundesweites Lagebild zur zunehmenden Fußball-Gewalt in den unteren Ligen. Außerdem fordert Pistorius die Beteiligten auf, alle strafrechtlich bedeutsamen Vorfälle sofort zur Anzeige zu bringen.

Grote: Vorbildrolle wahrnehmen!

„Gewalt hat bei Sportveranstaltungen nichts zu suchen“, sagt auch Kiels CDU-Innen- und Sportminister Hans-Joachim Grote. Erwachsene Sportlerinnen und Sportler und ihre Zuschauer seien mit ihrem Verhalten immer auch Vorbilder für den Nachwuchs. Alle Beteiligten des organisierten Fußballs seien aufgefordert, diese Vorbildrolle im Sinne ihres Sports wahrzunehmen.

Von Wolfram Hammer

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