Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland „Adventsshopping verstößt gegen das Gesetz“
Nachrichten Norddeutschland „Adventsshopping verstößt gegen das Gesetz“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 18.12.2018
Kunden in einem weihnachtlich geschmückten Einkaufszentrum. Gewerkschafter lehnen eine Ausweitung der Sonntagsöffnungszeiten im Advent ab. Quelle: dpa
Lübeck

Der Deutsche Gewerkschaftsbund im Norden (DGB Nord) begrüßt die Festlegung der schleswig-holsteinischen Landesregierung, keine Ausweitung der Ladenöffnungen am Sonntag zuzulassen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums hatte erklärt, das Ministerium werde zu den Ladenöffnungszeiten „keinen Gesetzesvorschlag unterstützen, der eklatant gegen die Verfassung verstößt“. Er reagierte damit auf Planspiele des Handelsverbandes Nord und der Lübecker CDU, das Ladenöffnungsgesetz zu ändern, um den Verkauf an vier Adventssonntagen zu ermöglichen.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, erklärte: „Arbeitnehmerfeindliche Ausweitungen der Ladenschlusszeiten und der Bäderregelung zur Sonntagsöffnung werden die Gewerkschaften nicht hinnehmen. Der arbeitsfreie Sonntag wird in unserer hochverdichteten Arbeitswelt dringend benötigt, um Kraft zu schöpfen, Freunde und Verwandte zu treffen. Das ist eine Ruheinsel in der Woche, in der auch die Beschäftigten ihre Zeit nach ihren Bedürfnissen verbringen wollen. Adventsshopping braucht kein Mensch. Solchen gesellschaftlich schädlichen Ideen muss von Anfang an ein Riegel vorgeschoben werden. Andernfalls werden einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Einzelhandel Tür und Tor geöffnet.“

Der Handelsverband Nord hatte dafür plädiert, eine neue rechtliche Basis für die Verkaufsöffnung zu schaffen und weitere, lokal begrenzte, Sonntagsöffnungen zu erlauben.

„Manchmal fragt man sich, ob solche Ideen ernst gemeint sind oder spontan nach dem dritten Glühwein veröffentlich werden“, kommentierte Daniel Friedrich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD. Wer die Beschäftigten im Einzelhandel an den Adventssonntagen arbeiten lassen wolle, verkenne deren Situation. Im Weihnachtsgeschäft wachse der Stress enorm und verlange ihnen alles ab.

„Ich erwarte von den Unternehmensverbänden, aber auch der Regierung, dass sie sich um die wahren Probleme kümmern und gemeinsam mit den Gewerkschaften für mehr Tarifbindung, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen eintreten“, sagte DGB-Nord-Chef Polkaehn. Die Beschäftigungsverhältnisse im Handel verschlechterten sich immer mehr. „Diese Welt aus Niedriglohn, Teilzeit- und Minijobs mit Arbeit auf Abruf muss endlich geordnet und humanisiert werden. Dazu gehört es auch, die Einhaltung des Arbeitsschutzes, der Arbeitszeiten und des Mindestlohns wirksam zu kontrollieren“, so Polkaehn.

.

Einmal im Jahr tauschen Büromitarbeiter bei Bockholdt ihren Arbeitsplatz gegen Wischeimer und Besen ein – wir haben BWL-Studentin Laura Mahnke begleitet, als sie den Gebäudereiniger-Job testete.

19.12.2018

Mit einem Tempolimit und einem Fahrverbot auf einer Spur will die Stadt Kiel die Luft am viel befahrenen Theodor-Heuss-Ring verbessern und so ein drohendes Diesel-Fahrverbot verhindern.

18.12.2018

Freie Fahrt auf der A7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (beide CDU), haben in Nützen die Fahrbahn symbolisch für den Verkehr freigegeben.

18.12.2018