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Norddeutschland Weniger Autozüge nach Sylt: Bahn modernisiert Strecke in Nordfriesland
Nachrichten Norddeutschland Weniger Autozüge nach Sylt: Bahn modernisiert Strecke in Nordfriesland
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09:16 26.10.2019
Der Autoreisezug von und nach Sylt pausiert im November jeweils von dienstags bis donnerstags. Die Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll ist gesperrt. Quelle: dpa
Westerland/Lübeck

Vom 5. bis 29. November verkehrt dienstags, mittwochs und donnerstags kein Autozug über den Hindenburgdamm. Erste Hoteliers warnen vor dem Engpass. Für motorisierte Gäste und Pendler bleibt als Ausweich der Umweg über Dänemark und die Römö-Fähre.

Die Deutsche Bahn spricht von einer „Investitionsoffensive” auf der Marschbahn, all umfassend 160 Millionen Euro bis 2022. Dazu zählt die Erneuerung von 3000 Metern Gleisen zwischen Niebüll und Klanxbüll (Kreis Nordfriesland). Ein sensibles Thema: Da die Autoverladung bereits in Niebüll angesiedelt ist, muss der Sylt-Shuttle während der Bauarbeiten für vier Wochen jeweils von dienstags bis donnerstags eine Zwangspause einlegen. Den Wettbewerber der Bahn RDC („Der blaue Autozug“) trifft es gleichermaßen.

Busse als Ersatz

Betroffen sind auch Pendler und Urlauber. Denn zwischen Niebüll und Klanxbüll wird der Zugverkehr komplett eingestellt. Die Bahn bietet als Ersatz Busse an. Doch zu Behinderungen dürfte es auch im weiteren Verlauf des Zugverkehrs kommen. Vom 16. November bis 9. Dezember werden zwischen Klanxbüll und Morsum auf Sylt auf 8,5 Kilometern Gleise erneuert, somit auch auf einem Teil des Hindenburgdamms – in einem sonst zweigleisigen Abschnitt. „Das bedeutet, dass nicht ganz so viele Züge wie sonst üblich am Tag verkehren können”, entschuldigt sich die Bahn. Damit nicht genug: Im Bahnhof von Westerland werden Anfang November zwei Weichen ausgetauscht.

Viele Insulaner nehmen die Situation demonstrativ gelassen hin. „Wir müssen diese Kröte schlucken“, sagt Sylts-Marketingchef Moritz Luft. Der Termin sei Ergebnis einer Absprache mit der Bahn. Der November zählt auf Deutschlands Promi-Insel zu den besucherschwächsten Monaten im Jahr. „Es wird eine nicht ganz einfache Zeit”, prognostiziert Ronald Glauth, Geschäftsführer des Vereins Sylter Unternehmer. „Wir möchten das Chaos möglichst klein halten.” Einige Geschäftsleute wollen ihren Mitarbeitern das erschwerte Pendeln ersparen, sperren ihre Läden zu und nehmen Umsatzeinbußen zähneknirschend in Kauf (die LN berichteten).

Mehr Fluggäste

Wer dennoch anreist und es sich leisten kann, weicht auf den Flieger aus. Aufgrund der jüngsten Pannenserie der Marschbahn verzeichnet der Flughafen Sylt ohnehin eine wachsende Zahl an Flugbewegungen. Der kleine Airport rechnet in diesem Jahr mit 135 000 Passagieren, das wären drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Just bevor die Bahn den Autozug während der Wochenmitte aufs Abstellgleis stellt, nimmt die Römo-Sylt-Linie ein zweites Fährschiff in Betrieb. „Wir setzen während der Bahn-Pause auf die zusätzliche Kapazität dieser zweiten Fähre”, sagt Luft. Als besondere PR-Aktion wird Sylts Kult-Gastronom Jürgen Gosch am 4. November an Bord des neuen Schiffes „Römö-Express” ein Restaurant eröffnen. Nun muss man wissen, dass die Fähre im Lister Hafen anlegt, zufälligerweise exakt jener Ort, an dem Fischpapst Gosch die „Keimzelle” seiner Fischrestaurants samt Fisch- und Verkaufshalle betreibt. Und auf der alten Fähre aus Havneby seit jeher der Lkw steht, der seinen Hummer anliefert. . .

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