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Norddeutschland Grüne wollen Ex-Todesstreifen zum Naturdenkmal machen
Nachrichten Norddeutschland Grüne wollen Ex-Todesstreifen zum Naturdenkmal machen
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19:14 25.10.2019
Quelle: Bundesamt für Naturschutz / Foto: Klaus Leidorf
Lübeck/Berlin

Ziel des Grünen-Antrages ist es, das gesamte, 1393 Kilometer lange „Grüne Band“ unter Schutz zu stellen. Noch sei der Streifen nicht durchgängig verbunden und nicht alle Flächen geschützt. Auf 140 Kilometern werde intensive Landwirtschaft betrieben, vor allem in Sachsen Anhalt. Deshalb sollen die Aktivitäten der Land- und Forstwirtschaft am Naturschutz ausgerichtet werden. Bundesländer sollten finanzielle Unterstützung erhalten, um Flächen zu kaufen und zu tauschen, damit der Streifen Ziel eines „sanften und nachhaltigen Tourismus“ werden könne, mit attraktiven Wander- und Radwegen. Der Antrag wurde am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag behandelt und dann zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht seit 2010 die Schutzgebietskategorie Nationale Naturmonumente vor.

„Leuchtturm für den Naturschutz

„So schlimm und verheerend Grenze und Mauer waren, so erfreulicher ist das zusammenhängende Grüne Band, dass sich dort nun durch Deutschland und Europa zieht“, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz aus Mölln. „Wir sollten dieses Band als Erinnerung an die schlimme Teilung unseres Landes, unseres Kontinentes und der Welt erhalten und den einmaligen Lebensraum für Tiere und Arten schützen. Unser Ziel ist die Weiterentwicklung – sowohl als Leuchtturm für den Naturschutz als auch als Erinnerungsort“, sagt von Notz, der auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist. „Wir wollen im Bund jetzt die Grundsatzentscheidung treffen, und ich kann mir vorstellen, dass es dann in Schleswig-Holstein große Bereitschaft gibt, etwas zu machen.“

Hessen im Westen vorn

Die Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen gehe nicht von heute auf morgen, sondern sei ein längerfristiger Prozess, sagt Liana Geidezis, Fachbereichsleiterin Grünes Band beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Es geht darum, Landwirte davon zu überzeugen“, sagt sie. Der frühere Todesstreifen liege auf dem Gebiet der ostdeutschen Bundesländer, aber auch die Bundesländer im Westen seien aufgefordert, aktiv zu werden. Hessen habe als erstes Bundesland im Westen das Ziel formuliert, ein Nationales Naturmonument Grünes Band einzurichten.

Länder sollen Beschlüsse fassen

Naturschutz ist Ländersache, deshalb ist es wünschenswert, dass auch Schleswig-Holstein, Niedersachsen und die übrigen Länder entsprechende Beschlüsse fassen“, sagt Geidezis. Zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liege ein 137 Kilometer langer Abschnitt des Grünen Bandes, vom Lübecker Priwall bis Lauenburg an der Elbe. Das Bundesgesetz sei wichtig, um den Ländern Geld für den Zweck zur Verfügung zu stellen. Schleswig-Holstein sei beim Thema Grünes Band „noch ganz weit hinten“, sagt BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers. Von Schlutup über die Wakenitz bis zum Ratzeburger See gebe es noch „erhebliche Lücken“, die größte klaffe zwischen dem Schaalsee und Büchen. „Es ist an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen“, sagt Eggers.

Beschluss in Magdeburg

Am Donnerstag hatte der Landtag von Sachsen-Anhalt den einstigen Todesstreifen zum Nationalen Naturmonument erklärt. Ein Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen von CDU, SPD und Grünen wurde im Magdeburger Landtag mit den Stimmen der Koalition beschlossen. Thüringen hatte diesen Schritt bereits vor einem Jahr gemacht. Von einem „guten Tag für den Naturschutz“ sprach Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, nach dem Beschluss des Landtages in Magdeburg. Damit sei ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Grünen Bandes erreicht. „Wir fordern die noch fehlenden Anrainerländer auf, ihre Anteile am Grünen Band endlich auch als Nationales Naturmonument auszuweisen“, sagte Weiger.

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Von Christian Risch

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