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Norddeutschland Initiative "Dove-Elbe-retten": 100 Boote bei Demonstration auf der Elbe
Nachrichten Norddeutschland

Hamburg: 100 Boote bei Demonstration der Initiative "Dove-Elbe-retten"

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14:04 26.07.2020
Nach Angaben der Initiatoren richtete sich die Demonstration gegen Überlegungen, die Dove Elbe an der Tatenberger Schleuse zur Norderelbe hin zu öffnen und somit zu einem Tidegewässer zu machen. Quelle: Jonas Walzberg/dpa
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Hamburg

Aus Protest gegen Senatspläne zum Anschluss der Dove Elbe an die von Ebbe und Flut bestimmte Elbe sind Demonstranten mit rund 100 Booten von den Norderelbbrücken in Hamburg-Wilhelmsburg zu den Landungsbrücken im Stadtteil Mitte gefahren. Etliche staffierten dabei ihre Gefährte am Samstag mit Transparenten wie «Dove-Elbe-retten.de» aus. Nach Polizeiangaben gab es keine Zwischenfälle.

Nach Angaben der Initiatoren richtete sich die Demonstration gegen Überlegungen, die Dove Elbe an der Tatenberger Schleuse zur Norderelbe hin zu öffnen und somit zu einem Tidegewässer zu machen. Dadurch soll wiederum das Sedimentmanagement des Hafens verbessert werden. Aus Sicht der Demonstranten bedroht das aber sowohl ansässige Vereine und Firmen als auch die Flora und Fauna. Außerdem sei die Standsicherheit von Gebäuden und Deichen sowie die Rolle der Dove Elbe als Wassersport- und Naherholungsgebiet in Gefahr.

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Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft, Jennifer Jasberg, betonte: «Wir sitzen alle im selben Boot, wenn es darum geht, die Folgekosten für die Eingriffe in das Ökosystem Elbe zu verantworten.» Die Tideelbe sei ein besonders schützenswerter Naturraum und zugleich ein intensiv genutzter Wirtschaftsraum, den es nachhaltig zu entwickeln gelte. Sie sei sich sicher, dass auf Basis des Dialogs im Tide-Elbe-Forum gute und vor allem seriöse Lösungen gefunden werden können.

Aus Sicht der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Bergedorf ist eine Öffnung der Dove Elbe als Tidegewässer nicht mehr sinnvoll. Ein entsprechender Antrag werde derzeit mit SPD und der Grünen erarbeitet und in die Bezirksversammlung Bergedorf im August eingebracht. Die vorgestellten Ergebnisse des Tide-Elbe-Forums zeigten, dass durch die Öffnung der Dove Elbe die Sedimentmenge in der Stromelbe nur um ein bis zwei Prozent reduziert werden würde. Dem gegenüber stünden geschätzte Kosten von bis zu 250 Millionen Euro. «Das heißt, der Senat würde eine geschätzte Viertel Milliarde Euro ausgeben, um sehr wenig für den Hafen zu erreichen und ein wertvolles Ökosystem auf 20 Jahre zu zerstören», erklärte die Fraktionsvorsitzende Sonja Jacobsen.

Von RND/dpa