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Norddeutschland „Wir handeln“: Hamburg will Landstrom für Schiffe kräftig ausbauen
Nachrichten Norddeutschland „Wir handeln“: Hamburg will Landstrom für Schiffe kräftig ausbauen
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15:53 08.10.2019
Bürgermeister Peter Tschentscher stellt Pläne zum Ausbau der Landstrom-Versorgung im Hamburger Hafen vor - mit Matthias Grabe, Hamburg Port Authority, und Peter-Ulrich Meyer, Vorsitzender LPKLandespressekonferenz. Quelle: imago images/Chris Emil Janßen
Hamburg

Hamburg will die Schiffe im Hafen künftig verstärkt mit Öko-Strom versorgen und dazu bis 2022 zehn neue Landstrom-Anschlüsse bauen. Davon seien acht für Containerschiffe und zwei für Kreuzfahrtschiffe vorgesehen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag in der Hansestadt. Die notwendigen Investitionen von 76 Millionen Euro sollen etwa zur Hälfte vom Bund mitfinanziert werden, doch das ist noch nicht unterschrieben. Sollten die Anlagen insgesamt 300 mal pro Jahr genutzt werden, ließen sich damit rund 43 000 Tonnen CO2 sowie erhebliche Mengen sonstiger Schadstoffe einsparen.

«Alle reden von Klimaschutz und Luftverschmutzung, wir handeln», sagte Tschentscher. Hamburg gehe mit dem frühzeitigen Ausbau der Landstromversorgung einen großen Schritt nach vorn. Die Hansestadt hat bereits seit 2016 eine Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal Altona in Betrieb, die jedoch bislang wenig genutzt wird. «Dieses Pilotprojekt ist eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Ausbau», sagte Tschentscher. Dadurch seien wichtige Erfahrungen für den Betrieb gesammelt worden.

Landstrom wird von den Reedereien bislang nicht gut angenommen, weil er rund drei Mal so teuer ist wie der Bordstrom, den die schiffseigenen Dieselmotoren erzeugen. Der Kostennachteil kann sich für ein Kreuzfahrtschiff während der Liegezeit auf sechsstellige Beträge summieren. «Diesen Wettbewerbsnachteil müssen wir verringern», sagte Tschentscher.

Gemeinsame Erklärung soll in Kiel vorgestellt werden

Am Donnerstag werde Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit den Nord-Ländern in Kiel eine gemeinsame Erklärung vorstellen, wie die Regelungen für den Landstrom verbessert werden sollen. So ist im Gespräch, die EEG-Umlage für Landstrom um 80 Prozent zu kürzen. Zudem seien Vergünstigungen beim Hafengeld denkbar oder auch - auf europäischer Ebene - ein Anschlusszwang. So weit sei es aber noch nicht. «Jetzt bauen wir erst einmal.»

Gegenwärtig können rund zwölf Prozent der großen Containerschiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, Landstrom nutzen. Das sind 135 Schiffe, die drei- bis viermal im Jahr kommen. «Wenn Hamburg als größter deutscher Hafen sagt, wir stellen Landstrom bereit, dann bewirkt das auch entsprechende Entscheidungen auf der Reederseite», sagte der Bürgermeister. Die Zahl der landstromfähigen Schiffe werde schnell zunehmen. Landstrom werde sich in der maritimen Logistik durchsetzen, weil für die Reedereien eine klimafreundliche Ausrichtung zum Wettbewerbsfaktor werde.

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Von RND/dpa

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