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Norddeutschland Hamburger gehen per Anzeige gegen Falschparker vor
Nachrichten Norddeutschland Hamburger gehen per Anzeige gegen Falschparker vor
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17:11 09.10.2019
Ein Mitarbeiter vom Ordnungsdienst ist auf der Suche nach Falschparkern und verteilt "Knöllchen". Quelle: Bernd Wüstneck/dpa/Symbolbild
Hamburg

Die Hamburger setzen sich zehntausendfach mit Anzeigen gegen Falschparker zur Wehr. So wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres bereits 27 162 Mal Verstöße gegen Halte- und Parkverbote von Dritten - also nicht von der Polizei oder dem Landesbetrieb Verkehr - angezeigt, wie aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des Verkehrsexperten der Grünen-Fraktion, Martin Bill, hervorgeht. Das waren fast so viele wie im gesamten Jahr 2018, als über zwölf Monate 28 353 Anzeigen erstattet wurden.

„Über die Parkverstöße ärgern sich offenbar viele Hamburgerinnen und Hamburger – einige sogar so stark, dass sie zum Handy greifen und Anzeige erstatten“, sagte Bill. Nur so könne er sich „die erschreckend hohe Zahl von Anzeigen erklären“.

Kein Kavaliersdelikt

Parkverstöße seien aber kein Kavaliersdelikt. „Sie gefährden andere Verkehrsteilnehmende und behindern Rettungseinsätze“, sagte Bill. Gerade für Schüler bedeuteten falsch abgestellte Fahrzeuge ein hohes Risiko, da sie das Sichtfeld der Autofahrer einschränkten und die Schüler deshalb leicht übersehen werden könnten.

Die Zahl der Anzeigen, die sich seit Jahren auf hohem Niveau bewege, mache deutlich: „Wir brauchen dringend mehr Rücksicht im Straßenverkehr. Daher appelliere ich an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, beim Parken auf Fuß-, Rad und Schulwege zu achten“, sagte Bill.

Stadt verstärkt Einsatz gegen Falschparker

Die Stadt habe ihren Einsatz gegen Falschparker kürzlich verstärkt. „Die Mitarbeitenden des Parkraummanagements sowie 100 zusätzliche Angestellte im Polizeidienst haben den ruhenden Verkehr täglich im Blick.“

Allein durch die von Dritten gestellten Anzeigen konnte die Stadt in diesem Jahr bereits Einnahmen in Höhe von mehr als 604 000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern verbuchen. Im vergangenen Jahr waren es über 640 000 und 2017 sogar über 800 000 Euro.

Von RND/dpa