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Norddeutschland Handgemacht: So produziert der Lübecker Soulmade-Gründer sein Eis
Nachrichten Norddeutschland Handgemacht: So produziert der Lübecker Soulmade-Gründer sein Eis
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08:42 07.08.2019
Jan-Hinrich Gottwald hat 2014 die Eisdiele „Soulmade I scream“ eröffnet. Dort zaubert er ganz besondere Eis-Kreationen. Quelle: Josephine Andreoli
Lübeck

Ob Vanille, Schoko oder Joghurt-Kirsch: Die Deutschen schlecken insbesondere an heißen Tagen kugelweise Eis. Rund acht Liter löffeln sie pro Kopf und Jahr. Auch was die Sorten angeht, werden sie experimentierfreudiger. Joghurt-Honig-Rosmarin, gerösteter Sesam mit Honig oder Kokos Sorbetto – die Eisverkäufer können ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Nebenbei hat sich ein weiterer Trend etabliert: Verbraucher in Schleswig-Holstein achten stärker darauf, wo ihr Essen herkommt. Eine Entwicklung, die diejenigen erfreuen dürfte, die mit hochwertigen Zutaten arbeiten.

Jan-Hinrich Gottwald, der die Eisdiele „Soulmade I scream“ in der Fleischhauerstraße in Lübeck betreibt, ist so jemand. „Ich hatte mir zum Beispiel ein Rezept für ein Walnuss-Orangen-Dattel-Eis überlegt – bis ich dafür leckere Walnüsse gefunden hatte, hat es Ewigkeiten gedauert“, sagt Gottwald. Inzwischen aber hat er frische Nüsse gefunden. Seitdem können die Besucher seiner Eisdiele auch verschiedene Eissorten mit Walnüssen probieren. „Das ist nicht einfach gewesen, die meisten Walnüsse sind zu trocken und mehlig. Mit denen würde ich kein Eis machen.“

Der Gründer der Eisdiele „Soulmade I scream“ zeigt der Sommerredaktion, wie er seine Eis-Kreationen herstellt.

Hochwertige Zutaten sind das Entscheidende

Denn für ihn dreht es sich bei der Eisproduktion genau darum: die richtigen Zutaten zu finden. „Wenn die Zutaten nicht stimmen, leidet die Qualität darunter und das darf nicht passieren“, sagt Gottwald. Sein Wissen über die Herstellung von Eis, das Zusammenspiel der Zutaten für eine cremige Konsistenz und das Verhältnis von Zucker und Wasser zueinander hat er von seinem Meister aus dem Land des Gelatos selbst gelernt: Italien.

Neben hochwertigen Zutaten ist „das Entscheidende am Eismachen, dass man die Rezepte bilanzieren kann. Es kommt dabei auf jedes einzelne Gramm an. Eismachen funktioniert nicht wie kochen oder Kuchenbacken, wo man alles Pi mal Daumen reinschmeißen kann.“ Hätte man das erst einmal begriffen und auch ein Verständnis für das Zusammenspiel der verschiedenen Geschmackskomponenten, stünde auch dem Entwickeln eigener Rezepturen nichts mehr im Wege.

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„Ich habe mir im Norden Italiens einen Meister gesucht und für einige Wochen bei ihm gelernt“, sagt Gottwald, der eigentlich als Wirtschaftsingenieur im Anlagenbau tätig war. Kurzerhand gab er seinen Job auf und entschied sich dazu, Eis zu machen. Dazu kommt: „Die letzten, Jahre bevor meine Kinder aus dem Haus gehen würden, wollte ich für sie da sein.“

Ostermontag im Jahr 2014 war es soweit: Gottwald eröffnete seine Eisdiele „Soulmade I scream“. Ohne Trara, ohne Getöse. „Ich wollte einfach nur Eis machen. Zwar wusste ich mittlerweile, wie das geht, aber ich hatte keine Ahnung davon, wie man einen Laden führt.“

Erfolg rein über Mund-Propaganda

Dass er diesen Schritt tatsächlich wagen würde, verwunderte seine Familie dann doch: „Er hat zwar immer davon gesprochen, das machen zu wollen, aber als es dann so weit war, waren wir doch überrascht“, sagt Tochter Pietje, die ihrem Vater auch jetzt während des Studiums noch in den Semesterferien aushilft. Und es klappte: ohne Werbung, aber mit viel Mund-zu-Mund-Propaganda. Bereits im Jahr 2015 wählte das Feinschmecker Magazin Gottwalds Eisdiele unter die 40 besten in ganz Deutschland.

Doch darauf ruht sich Gottwald nicht aus: „Ich war im Februar für vier Wochen in Rom und habe da bestimmt jeden Tag 20 Kugeln Eis gegessen, um mich inspirieren zu lassen.“ Jetzt tüftelt er an neuen Rezept-Ideen. „An manchen Rezepten fummelt man ewig, bis sich die Aromen richtig entwickeln, andere funktionieren sofort.“ Ein gelungenes Beispiel dafür sei das Buttermilcheis mit Mango-Maracujasoße. „Die Idee kam von meinem Sohn und da passte einfach alles.“

Gottwald selbst ist eher der Milcheis-Typ. „Zwar schmecken mir auch fruchtige Sorten, aber Milcheis ziehe ich vor.“ Und da sich hier die Gemüter spalten, ist ihm ein ausgewogenes Verhältnis aus Frucht- und Milcheis in der Theke sehr wichtig. Marie Legler, die Gottwalds Eisdiele von ihrer Tante empfohlen bekommen hat, entschied sich für ein Nougateis:„Und das schmeckt echt toll!“

Von Josephine Andreoli

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