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Norddeutschland Jugger im Lübecker Drägerpark: Der Sport mit dem Pompfen
Nachrichten Norddeutschland Jugger im Lübecker Drägerpark: Der Sport mit dem Pompfen
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10:00 29.06.2019
Die Hanseatic Jugger trainieren immer dienstags und sonntags im Drägerpark beim Marli-Freibad. Quelle: FOTOS: LN
Lübeck

Mit lautem Gebrüll stürmen die Spieler in den rot-weißen Trikots aufeinander zu. In den Händen schwingen sie gepolsterte Schläger, die wie Schwerter aussehen. Sie versuchen, sich damit zu berühren. Wer getroffen ist, kniet sich hin – schnell gehen die ersten zu Boden. Vom Spielfeldrand werden Kommandos gebrüllt: „Läufer hat den Jug.“ Ein Auswechselspieler scherzt: „Ich merk meinen Muskelkater.“ Was auf der Wiese im Drägerpark, in der Nähe des Marli-Freibads, wie moderner Gladiatorenkampf aussieht, ist die Sportart Jugger. Zahlreiche Passanten und Fußgänger machen Halt und beobachten das Treiben. Dabei wird eines klar: hierbei ist vor allem Geschicklichkeit gefragt.

Das sind die Regeln hinter dem Jugger-Spiel

„Es ist eine Mischung aus Rugby und Fechten“, sagt der Vorsitzende der Hanseatic Jugger, Matthis Glücks. Sein Verein, den es seit 2009 gibt, trainiert regelmäßig im Drägerpark. Die Regeln bei Jugger sind einfach: Es gibt zwei Teams mit je fünf Spielern. Vier davon haben ein Sportgerät in der Hand, die sogenannten Pompfer. Diese Schaumstoff-Waffen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Längen. Der Fünfte im Team ist der Läufer. Er darf als einziger den Spielball tragen. Die anderen Spieler müssen versuchen ihn zu schützen, indem sie den Gegner mit den Pompfern berühren und damit kurzzeitig ausschalten. Denn wer getroffen wird, muss sich für rund acht Sekunden hinknien und kann nicht aktiv am Spiel teilnehmen. „Ziel ist es, dem Läufer den Weg frei zu machen, damit dieser den Ball ins gegnerische Tor – das Mal – stecken kann“, sagt Glücks. „Es geht nicht darum, möglichst doll zuzuschlagen, sondern einfach nur darum, jemanden mit den Pompfen zu berühren.“

Jeden Dienstag und Sonntag trainieren die Hanseatic Jugger beim Freibad auf Marli in Lübeck. Und ein paar blaue Flecken gehören bei der Mischung aus Rugby und Fechten einfach dazu.

Das Spiel basiert auf dem australischen Endzeitfilm „Jugger – Kampf der Besten“. Mitglieder der Live-Rollenspiel-Szene aus Deutschland haben daraus eine Sportart entwickelt. Mittlerweile gibt es internationale Teams: neben Deutschland etwa in Spanien, Irland und Australien. „In jeder größeren deutschen Stadt existieren ein bis zwei Jugger-Teams“, sagt Glücks. Besonders bei Studenten ist die Sportart beliebt: So arbeiten etwa die Hanseatic Jugger mit dem Hochschulsport der Lübecker Universität zusammen.

Blaue Flecken gehören beim Jugger dazu

Jugger ist nicht nur eine Sportart für Männer – etwa acht der rund 25 Mitglieder der Hanseatic Jugger sind Frauen. Eine davon ist die 20-jährige Viola Zunckel. Seit einem Jahr gehört sie dem Lübecker Verein an. Zuvor hat sie aber schon in Kiel gespielt. „Es ist sehr actionreich und körperlich anstrengend. Die Community ist toll, alle sind total nett“, sagt sie. Bis auf ein paar blaue Flecken habe sie sich noch keine größeren Verletzungen zugezogen.

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„Bei Jugger gibt es keine getrennten Teams nach Alter oder Geschlecht – alle spielen in der gleichen Liga“, sagt Robert Stoltz, genannt „Robbe“. Der bärtige Industriemechaniker ist mit seinen 42 Jahren einer der Ältesten bei den Hanseatic Jugger. „In Kiel gibt es einen Spieler, der ist sogar schon 54 Jahre alt“, erzählt er mit einem Lächeln. Durch seinen Bruder Sebastian ist Stoltz auf Jugger aufmerksam geworden. „Bei Turnieren gehen die Mannschaften abends zusammen feiern – so entstehen überregionale Freundschaften“, sagt Stoltz.

Die meisten Verletzungen entstünden übrigens wie beim Fuß- oder Handball: „Etwa durch falsches Auftreten oder Muskelzerrungen“, sagt der 42-Jährige. Nicht Kraft oder starkes Schlagen stehen im Vordergrund: „Safety first ist unsere oberste Regel.“ 

LN

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