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Norddeutschland Helfen kleine Lärmschutzwände besser?
Nachrichten Norddeutschland Helfen kleine Lärmschutzwände besser?
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10:01 24.04.2019
Klein, aber offenbar effektiv: Wie hier im Rheintal testet die Deutsche Bahn derzeit direkt am Gleisbett platzierte, niedrige Lärmschutzwände. Quelle: Thomas Frey/dpa
Kiel

 Vor allem vorbeirauschender Güterverkehr nervt die Anwohner von Bahntrassen in vielen Regionen Deutschlands. Derzeit werden daher in einem vom Bund finanzierten Projekt rund 30 Techniken zur Lärmminderung erprobt, heißt es von der Bahn.

Bislang werden dazu häufig meterhohe, graue Aluminium-Schutzwände verbaut. Zwischen München und Regensburg sowie zwischen Berlin und Cottbus sollen jetzt aber andere Verfahren getestet werden. „Beispielsweise sind das niedrige Lärmschutzwände und sogenannte Mini-Schallschutzwände, die direkt an den Gleisen gebaut werden“, sagt der DB-Lärmschutzbeauftragte, Andreas Gehlhaar. Damit wären die Aluschallschutzwände bei Wohnbereichen künftig vielleicht nicht mehr überall nötig.

2020 sollen die Lärm-Tests ausgewertet werden

Vor Jahren hatte die Bahn schon einmal ähnliche kleine Lärmschutzwände im Mittelrheintal getestet. Die Region gilt in Deutschland als besonders lärmbelastet durch den Bahnverkehr. An den Strecken in Bayern und Brandenburg läuft das Projekt jetzt bis Ende 2020. Es soll derweil zahlreiche Messungen geben, am Ende soll eine Auswertung erfolgen.

Kiels FDP-Verkehrsminister Bernd Buchholz begrüßt die Anstrengungen der Bahn. Völlig offen sei allerdings, ob die getesteten Modelle künftig etwa auch eine Option für die Orte an der Belt-Trasse sein könnten. „Wir sind für Innovationen offen und haben diese auch stets gefordert. Entscheidend ist die tatsächlich erzielte Schutzwirkung“, sagt auch Bad Schwartaus parteiloser Bürgermeister Uwe Brinkmann.

Streit um Lärmschutz in Bad Schwartau

Dort schwelt immer noch ein Streit zwischen Land, Bahn und Gemeindevertretung. Die Schwartauer fordern, die Fehmarnbelttrasse auf ihrem Ortsgebiet in einen sieben Meter tiefen Trog zu verlegen, um die Anwohner vor Lärm zu schützen. Das allerdings wäre sehr teuer und zeitaufwendig.

Deutschlandweit will der Bund derweil mit 19 neuen Messstationen den Lärm an der Schiene überprüfen und damit langfristige Trends abbilden, heißt es. Sie erfassen demnach den Lärm nach einer einheitlichen Methode. Standorte sind unter anderem Radebeul in Sachsen, Rosenheim in Bayern, Lahnstein in Rheinland-Pfalz, Emmendingen in Baden-Württemberg und Bad Hersfeld in Hessen. Die Daten sollen in Kürze online abrufbar sein.

Neben den Schutzwänden sollen zudem auch leiser rollende Güterwagen helfen, den Lärm zu mindern. Insgesamt sind in Deutschland rund 180 000 Güterwagen unterwegs, etwa ein Drittel entfällt auf die Bahntochter DB Cargo. Die habe ihren Fuhrpark schon zu 85 Prozent umgerüstet. „Wir sind aktuell bei rund 53 000 leisen Güterwagen“, sagte Gehlhaar. 2020 sollen die 100 Prozent erreicht sein. Hintergrund ist ein Bundesgesetz, das besonders laute Güterwagen ab Ende 2020 verbietet.

Schallschutz auf 70 Kilometer Strecke

In Schleswig-Holstein hat die Bahn derweil im Jahr 2018 rund 7,9 Millionen Euro für Schallschutzmaßnahmen ausgegeben. Es wurden sechs Kilometer neue Schallschutzwände errichtet und 86 Wohnungen vor allem in Horst gegen Lärm gedämmt. 2019 soll wiederum an der Strecke Hamburg-Altona–Kiel in Padenstedt und Westerhorn sowie an der Strecke NeumünsterFlensburg in Timmaspe gebaut werden. Seit 2001 wurden im Norden 70 Kilometer Strecke für 38 Millionen Euro lärmsaniert.

Wolfram Hammer

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