Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Wie sicher sind unsere Traditionssegler?
Nachrichten Norddeutschland Wie sicher sind unsere Traditionssegler?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 11.06.2019
Das gesunkene historische Segelschiff „No 5 Elbe“ liegt im Hafen von Stadersand (Kreis Stade) auf Grund. Im Hintergrund fährt ein Containerschiff auf der Elbe. Quelle: dpa
Hamburg/Lübeck

„Unsere Traditionssegler, wie etwa die ,Lisa von Lübeck’, haben Maschinen an Bord und sind dadurch genauso manövrierfähig wie moderne Schiffe“, meint Holger Bull vom Verein „Rettet die Passat“ in Lübeck. „Normalerweise kann da nix passieren. Die sind schon sicher.“ Manchmal sei es vielleicht so, dass „viele unglückliche Umstände zusammenkommen“, glaubt Bull. So könne es im Fall des Seglers „No. 5 Elbe“ gewesen sein. In Lübeck und der Lübecker Bucht habe er da aber keine Befürchtungen.

Die „No. 5 Elbe“

Der 37 Meter lange Gaffelschoner ist Hamburgs letztes verbliebenes Seeschiff aus der Ära des Holzschiffbaus. Er lief 1883 auf der Werft von H.C. Stülcken auf Steinwerder vom Stapel. 2002 erwarb die Stiftung Hamburg Maritim das Schiff in Seattle und brachte es wieder zurück nach Hamburg. Hier nahm das Traditionsschiff an Veranstaltungen wie dem Hafengeburtstag teil und wurde für Ausfahrten genutzt. Zuletzt lag es acht Monate in einer dänischen Werft und erhielt für 1,5 Millionen Euro unter anderem neue Außenplanken und einen neuen Achtersteven.

Die „No 5 Elbe“ war als Ausflugsschiff unterwegs, an Bord waren 43 Menschen, davon 14 Besatzungsmitglieder. Bei der Havarie wurden acht Personen leicht verletzt, darunter zwei Kinder.

Trave weniger gefährlich

„In Lübeck hatten wir noch keine vergleichbaren Vorfälle“, erklärt Hauptkommissar Christian Langbehn von der Lübecker Wasserschutzpolizei. „Die ,Lisa von Lübeck“ zum Beispiel sehe zwar altmodisch aus, habe aber die technische Ausstattung eines modernen Schiffes. „Alle anderen Traditionssegler, die hier unterwegs sind, sind reine Sportboote.“ Auch diese könnten natürlich Passagiere an Bord haben. Die Situation auf der Trave sei aber nicht mit der an der Elbmündung vergleichbar. „Wir haben hier keine großartigen Strömungen.“ Auf der Trave gebe es eine Fahrrinne, in der größere Schiffe wie Fähren fahren müssten. „Die haben dann Vorfahrt, außerdem gilt das Rechtsfahrgebot.“ Das funktioniere bislang immer reibungslos. Auf der Trave finden auch Traditionssegler-Regatten statt.

Segler wurde von Containerschiff gerammt

Die „No. 5 Elbe“ war am Sonnabend von einem Containerschiff auf der Elbe gerammt worden. Derzeit liegt der Segler auf Grund, nur die Masten schauen noch aus dem Wasser heraus. Ob und wie er geborgen werden kann, ist bislang unklar. „Über das Bergungskonzept kann erst in den nächsten Tagen entschieden werden“, teilte die Stiftung Hamburg Maritim als Eignerin mit. Zuvor hatten Taucher die Beschaffenheit des Schiffs und die Bergungslage erkundet. Nach Angaben der Polizei sind mittlerweile Betriebsstoffe aus dem Schiff ausgetreten, die jedoch im Bereich vorsorglich ausgelegter Ölsperren blieben.

Betroffenheit bei Schaulustigen

Am Sonntag und Montag kamen einige Dutzende Schaulustige und Schifffahrtsbegeisterte zu der Stelle, wo die Masten des Schiffes noch zu sehen sind. Vielen ging der Untergang der „No. 5 Elbe“ sehr nahe. Sie ist das letzte Holz-Segelschiff aus Hamburg, das noch erhalten und in Betrieb ist. Ob das Schiff wieder instandgesetzt werden wird, hängt auch von den vorhandenen Finanzmitteln ab. Der historische Zweimaster von 1883 war gerade erst für 1,5 Millionen Euro restauriert worden.

Ermittlungen gegen Kapitän

Der Unfall auf der Elbe ereignete sich am Sonnabend gegen 14.30 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache. Das beteiligte 141 Meter lange Containerschiff „Astrosprinter“ setzte seine Fahrt zunächst fort. Mehrere DLRG-Boote schleppten den Segler von der Elbe in die Einfahrt der Schwinge, wo er trotz eines Pumpeneinsatzes der Feuerwehr sank. Gegen den 82-jährigen Kapitän der „No. 5 Elbe“ wurden gestern Ermittlungen wegen des Verdachts der Gefährdung des Schiffsverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet, sagte ein Polizeisprecher.

Marcus Stöcklin

Drei Tage nach der Kollision eines Containerschiffs mit dem Lotsenschoner „No 5 Elbe“ hat die Polizei Ermittlungen gegen den 82 Jahre alten Kapitän des historischen Zweimasters eingeleitet. Es geht um den Verdacht der Gefährdung des Schiffsverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung.

11.06.2019

Hamburgs älteste Bürgerin, Lydia Smuda, ist nach Angaben der Stadt im Alter von 112 Jahren gestorben. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erinnert sich zurück an eine beeindruckende Frau.

11.06.2019

Pinke Überraschung: Woher die Tiere kommen und wer sie umgesiedelt hat, ist völlig unklar. Die Polizei hat die Plastik-Herde inzwischen abtransportiert.

11.06.2019