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Norddeutschland Hobby-Anglern droht Bußgeld
Nachrichten Norddeutschland Hobby-Anglern droht Bußgeld
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07:34 27.04.2018
Ziel der Landesregierung ist, die EU-Tagesfangquote von höchstens fünf Dorschen in Schleswig-Holstein durchzusetzen.
Ziel der Landesregierung ist, die EU-Tagesfangquote von höchstens fünf Dorschen in Schleswig-Holstein durchzusetzen.  Quelle: Wüstneck/dpa
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Kiel

Betroffen sind mehrere Tausend Meeresangler, die an Stränden, auf Brücken oder von Kuttern fischen. Im Gespräch ist, die Schutzmaßnahmen auf weitere Fischarten auszudehnen. „Das Grundproblem ist, dass der Dorschbestand in der Ostsee eingebrochen ist“, sagte Habeck den Kieler Nachrichten. Die EU habe daraufhin die Fangquote für die Berufsfischer deutlich gesenkt. „Jetzt geht es um einen Solidaritätsbeitrag der Angler.“

Ihre Bedeutung ist nach Berechnungen des Rostocker Thünen-Instituts für Ostseefischerei erheblich. Demnach haben in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Spitzenjahren 160.000 Angler rund 2700 Tonnen Dorsch an Land gezogen. Das sind etwa eine Million Dorsche – und damit so viele, wie in den Netzen der Berufsfischer landen.

Habeck will Fischereigesetz ändern

Habeck betonte, dass die EU-Tagesquote von bis zu fünf Dorschen in Schleswig-Holsteins bisher mangels Rechtsgrundlage eher auf dem Papier stand. Habeck will deshalb das Fischereigesetz in zwei Kernpunkten ändern. Zum einen sollen künftig mehr als die derzeit rund 60 haupt- und ehrenamtlichen Kontrolleure Anglern über die Schulter gucken. Zum anderen soll bei Verstößen erstmals ein Verwarngeld von 50 Euro fällig werden. Hinzu kämen, so die Pläne, für jeden zu viel gefangenen Dorsch 35 Euro plus 28,50 Euro Gebühren. Unter dem Strich würde der sechste Dorsch im Eimer 113,50 Euro kosten.

Die EU erwägt, auch für Meerforellen und Lachse Tagesfangquoten einzuführen. In der Kieler Jamaika-Koalition ist noch umstritten, ob bei der Reform des Fischereirechts auch die Möglichkeit geschaffen wird, bei Bedarf Quoten für Fische in Binnengewässern wie etwa Hecht oder Zander einzuführen. Die Regierungsvorlage soll den Landtag heute ohne Aussprache passieren, in den Ausschüssen beraten werden und im Herbst in Kraft treten.

Verband begrüßt Pläne

Der Landesfischereiverband, in dem gut 80 Berufs- und fast 300 Nebenerwerbsfischer organisiert sind, begrüßte die Pläne. „Ich finde das in Ordnung“, sagte Verbandschef Lorenz Marckwardt. „Wir werden auch täglich kontrolliert.“ Der Landessportfischerverband, dem gut 39.000 Hobbyangler angehören, hat Bedenken. Vize-Präsident Andreas Sager: „Bei mehreren Tausend Meeresfischern ist es fast unmöglich, die Tagesfangquote zu kontrollieren.“

Ulf B. Christen