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11:47 31.12.2018
Die Löwen Vural Öger, Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Steiner und Jochen Schweizer. Bald startet Staffel 6 der Sendung. Quelle: VOX
Lübeck

Wer macht den Deal seines Lebens? Bei der Fernsehshow „Höhle der Löwen“ des Privatsenders Vox versuchen Gründer und junge Start Ups eine Jury aus Investoren von ihren Geschäftsideen zu überzeugen. Wer punktet, bekommt Geld und Know How. Fünf Staffeln gab es bisher, die letzte endete im November. Auch Schleswig-Holsteiner waren zu Gast in der Sendung. Was ist aus ihnen geworden?

Erfinder und Gründer leben in Schleswig-Holstein. Eine Auswahl an Teilnehmern, die sich in die TV-Show „Höhle der Löwen“ gewagt haben.

„EinStückLand“: Lina und Hinrich vermarkten Galloway-Fleisch

 In der fünften Staffel haben Hinrich Carstensen und Lina-Louisa Kypke aus Kayhude (Kreis Segeberg) einen angebotenen Deal von Georg Kofler abgelehnt. Für 200 000 Euro hätten die Gründer zehn Prozent ihrer Firmenanteile abgeben. „Kofler wollte aber 35 Prozent, da war für uns klar, das machen wir nicht“, berichtet Carstensen. „Wir haben uns von den Löwen nicht unterkriegen lassen.“ Erfolg habe er trotzdem, seit der Teilnahme an der Show brumme das Geschäft, der Bekanntheitsgrad sei gestiegen.

Der 32-Jährige ist in Eutin aufgewachsen, zum Studium nach Hamburg gezogen, bald zieht er wieder zurück nach Schleswig-Holstein. Dort leben die Landwirte, von denen er mit seiner Partnerin seit Ende 2017 Fleisch von Galloway-Kühen bezieht. Der Clou: Ein Tier wird erst geschlachtet, wenn es komplett an die Kunden in ganz Deutschland vermarktet wurde. Die können auf der Homepage von „EinStückLand“ Fleischpakete bestellen und zu sich nach Hause liefern lassen. „Dadurch soll die Verschwendung von Fleisch vermieden werden“, sagt Carstensen.

In Zukunft wollen die Gründer die Erzeuger noch näher mit den Kunden zusammenbringen und ihre Internetplattform als virtuellen Marktplatz etablieren. Das Sortiment werde um weitere Rinderrassen, Schweinefleisch sowie Marmeladen und Honig erweitert. Zur Finanzierung würden die beiden aber nicht noch einmal bei einer Fernsehshow mitmachen. „Zu stressig“, sagt Carstensen.

„SignSpin“: Live-Marketing von Philipp Schatton aus Lübeck

Erst 26 Jahre alt, und schon Geschäftsführer: Der Gründer Philipp Schatton von SignSpin Marketing mischt seit 2013 die Werbelandschaft der Innen- und Außenwerbung auf. Standorte sind in Magdeburg, Düsseldorf und Lübeck. Das Konzept: Sein Team aus „SignSpinnern“ wirbelt Werbeschilder herum und möchte damit die Aufmerksamkeit der Kunden vor den Geschäften wecken. Größter Kunde ist Decathlon, auch bei der Eröffnung von kleineren Läden treten die „SignSpinner“ auf.

Vor drei Jahren nahm der Jungunternehmer an der zweiten Staffel der Löwen teil. „Das war ein Knackpunkt“, erinnert sich Schatton. „Die Show war kostenlose Werbung für uns.“ Der Bekanntheitsgrad der Geschäftsidee sei immens gestiegen – obwohl Philipp Schatton von den Löwen keinen Deal angeboten bekam. Die Investoren kritisierten damals, sein Unternehmen könne nicht exponentiell wachsen. Millionen könnten mit seiner Geschäftsidee nicht verdient werden. Auch die Personalkosten seien zu hoch, um einen Deal eingehen zu können.

Trotzdem würde Philipp Schatton wieder bei der Sendung mitmachen, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. „Ich kann das nur jedem Existenzgründer empfehlen.“ In Zukunft will Schatton nicht nur Plakat-Kampagnen machen, sondern auch Online-Dienstleistungen anbieten.

„Schnexagon“: Ökologischer Schutzanstrich gegen Schnecken

Als sich die Biologin Nadine Sydow mit Firmensitz in Kiel im September 2017 den Löwen stellte, hatte sie schon ein sicheres Standbein aufgebaut. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Peter Rehders vertrieb „Schnexagon“, einen ökologischen Schutzanstrich gegen Schnecken, bereits in Baumärkten. Um ihr Geschäft zu erweitern und vom Wissen der Investoren zu profitieren, nahm sie an der Sendung teil. „Es hat sich gelohnt“, sagt die 32-Jährige heute.

In der Sendung überzeugte sie Investor Ralf Dümmel von ihrer Geschäftsidee mit einer umweltverträglicheren Variante der Wegschnecken-Bekämpfung. Ihr Fazit nach der Zusammenarbeit: Der Vertrieb habe sich auf weitere Kanäle wie Tele-Shopping, den Einzelhandel und Online-Marketing erweitert. „Das lief sehr gut“, sagt die Gründerin. Rund 35 000 Stück umweltverträgliches „Schnexagon“ mehr seien seit der Löwen-Teilnahme vertrieben worden.

„Durch das Show-Feedback habe ich herausgefunden, was mein Produkt wert ist“, sagt Sydow. Ihre Vision für die Zukunft: neue Märkte im englischsprachigen Ausland erschließen. „Slug-Xagon“ könnte das Produkt dann heißen. Bislang erhalten Kunden den Anstrich außerhalb Deutschlands bereits in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Frankreich.

Erste Staffel: Die Holzhackmanschette von Jens Schlappkohl-Berlitz aus Neumünster

Der Erfinder der Holzhack-Manschette, Jens Schlappkohl-Berlitz aus Neumünster, war bei der ersten Staffel 2014 dabei. Schon lange sei sein Produkt „marktreif“, berichtet der 62-Jährige. Die Manschette aus Gummi wird mit Schrauben am Hackklotz befestigt. In die Manschette können mehrere Holzscheite gestellt und mit der Axt zerkleinert werden. Dadurch, dass die Scheite von der Manschette in Position gehalten werden, fallen diese nicht herunter. Der Holzhacker muss sich seltener bücken und das schont den Rücken.

Eine praktische Idee. Doch bei der Vermarktung der Holzhackhilfe lief für Jens Schlappkohl-Berlitz aus Neumünster bis heute nicht alles nach Plan. Zuerst sprang sein Geschäftspartner für den Online-Handel ab, dann konnte er sich bei der Fernsehshow mit den Löwen auf keinen zufriedenstellenden Deal einlassen. Die Kritik: Sein Produkt bediene nur eine spezielle Nischen-Kundschaft, das große Geld sei mit der Manschette nicht zu holen.

Nach der Ausstrahlung der Sendung sei seine Idee auch für andere Investoren interessant gewesen. Ein Kölner Unternehmen übernahm schließlich den Vertrieb für Schlappkohl-Berlitz. Ein Fehler, sagt er heute. Denn die Kölner verloren nach kurzer Zeit wieder das Interesse, „die Chemie stimmte einfach nicht.“ Er warte immer noch auf Patentzahlungen. „Es geht mir nicht darum, das große Geld zu verdienen“, betont der 62-Jährige. Noch immer liegen ein paar der Hackhilfen bei ihm zu Hause in Neumünster. Über einen Bekannten versuche er nun, die Erfindung an eine Baumarktkette zu vertreiben.

Gründer für 6. Staffel gesucht

Im kommenden Jahr geht es mit der „Höhle der Löwen“ weiter. In den neuen Folgen wird mit Nils Glagau auch ein neuer Investor dabei sein –neben den bewährten „Löwen“ Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel.

Glagau ist Geschäftsführer des Familienunternehmens Orthomol, das am Standort Langenfeld bei Düsseldorf Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel produziert. Darüber hinaus fördert Orthomol Start-ups, unter anderem aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bewegung. Erfinder und Existenzgründer, die 2019 mit Hilfe eines „Löwen“ zum Jahr ihres unternehmerischen Durchbruchs machen wollen, können sich per Mail an hoehlederloewen@vox.de bewerben.

Saskia Bücker

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