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Norddeutschland Hunderte Täuflinge am Elbstrand
Nachrichten Norddeutschland Hunderte Täuflinge am Elbstrand
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20:43 08.06.2019
Zum laut Veranstaltern wahrscheinlich größten Tauffest in Deutschland kamen 93 Pastoren, 500 Täuflinge und rund 5000 Gäste am Elbufer zusammen.  Quelle: Markus Scholz/dpa
Hamburg

Hunderte Tische säumen den Elbstrand am Rissener Ufer. Ein Posaunenorchester empfängt die Gäste, die mit Picknickkörben und Kühltaschen bepackt angereist sind. Am Fuße eines Leuchtturms prangt ein großer hölzener „Moin Welt“-Schriftzug.

Größte Tauffest Deutschlands

Es ist das Motto des Elbtauffestes, das am Pfingstsamstag trotz stürmischen Wetters 500 Täuflinge in Begleitung von rund 5000 Gästen an die Hamburger Waterkant gelockt hat. Laut der Evangelischen Kirche Hamburg, die das Event organisiert hat, handelt es sich dabei um das größte Tauffest Deutschlands.

Open-Air-Gottesdienst

Der Open-Air-Gottesdienst beginnt mit gemeinsamen Singen, dann predigen Bischöfin Kirsten Fehrs und Hauptpastorin und Pröpstin Ulrike Murmann. „Alle, die heute getauft werden und schon sprechen können, die stehen jetzt bitte auf“ scherzt Propst Karl-Heinrich Melzer. Gemeinsam sprechen sie das Glaubensbekenntnis.

Anschließend strömen die Besucher in Richtung Wasser, die Täuflinge und ihre Familien versammeln sich an ihrer jeweiligen Taufstation.

Daniela und Marco Bensch aus der Gemeinde St. Lukas im Stadtteil Fuhlsbüttel sind mit ihren Söhnen Elias, Jonas und Niclas gekommen. Die drei Jungs hätten sich selbst für eine Taufe entschieden, sagen die Eltern.

Etwas besonderes

Hauptinitiator sei der elfjährige Jonas gewesen, der durch den Religionsunterricht an der Schule Interesse gezeigt habe. Warum sie sich nicht für eine klassische Taufe in der Kirche entschieden haben? „Es ist einfach interessanter, hier in der Elbe getauft zu werden und etwas sehr besonderes“, findet Mutter Daniela.

Vor der eigentlichen Zeremonie holt Jonas Wasser in einem brauen Tonkrug aus der Elbe. Es wird in eine Taufschale am Strand gekippt. Eine Pastorin segnet einen nach dem anderen, die Kinder sagen ihre Taufsprüche auf.

„Gott zeig mir den Weg und schenk mir Kraft“, sagt der siebenjährige Elias. Danach fassen sich alle an den Händen. „Es war sehr ergreifend“, zeigt sich Mutter Daniela im Anschluss sichtlich gerührt.

Segen in der Elbe

Viele andere Täuflinge lassen sich direkt in der Elbe segnen. Ein Pastor steht knietief im Wasser, taucht dreimal seine Hand in den Fluss und schüttet das aufgenommene Nass über einen kleinen Jungen, der ehrfürchtig seinen Kopf gesenkt hält. Im Hintergrund patrouillieren DLRG-Boote mit Rettungsschwimmern.

Auch Daniela Schaumburg hat sich entschlossen, ihre zehn Monate und fünf Jahre alten Söhne an diesem Tag segnen zu lassen. Die Hamburgerin aus der Gemeinde Eidelstedt habe vor allem überzeugt, dass „man in der Gemeinschaft in die Gemeinde eintritt“, sagt sie. „Glaube spielt eine große Rolle in unserem Leben“, berichtet die 45-Jährige.

Pastorin Christine Halisch tauft an diesem Tag vier Mitglieder aus ihrer Gemeinde St. Markus aus dem Stadtteil Hoheluft. Die 45-Jährige freut sich über das große Interesse an der Zeremonie. „Es haben sich Menschen gemeldet, die sich sonst vielleicht nicht hätten taufen lassen“, glaubt sie.

Alte Tradition

Für sie sei es wichtig, für ihre Gemeindemitglieder sowohl klassische als auch modernere Angebote zu schaffen. Dabei handle es sich bei der Flußtaufe eigentlich um eine sehr alte Tradition. „Bereits Jesus wurde im Jordan getauft“, erklärt sie.

Das rege Interesse an der Veranstaltung zeige, dass die „Sehnsucht nach Segen vorhanden“ sei, resümiert Bischöfin Kirsten Fehrs. „Taufe vermittelt, dass man Vertrauen und Zuversicht ins Leben haben kann“ - davon ist Fehrs überzeugt.

Insgesamt haben sich 65 Gemeinden mit 92 Pastorinnen und Pastoren beteiligt. Im Anschluss an die Taufzeremonien klingt die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Picknick und Musik aus.

Von RND/dpa

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