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Norddeutschland Hunderte neue E-Tankstellen in Schleswig-Holstein geplant
Nachrichten Norddeutschland Hunderte neue E-Tankstellen in Schleswig-Holstein geplant
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16:13 07.03.2017
Hinweis auf eine Ladestation für ein Elektroauto.
Hinweis auf eine Ladestation für ein Elektroauto. Quelle: dpa
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Lübeck/Kiel

Auch die Nordkirche will die Energiewende aktiv unterstützen. Zusammen sollen so Hunderte neue E-Tankstellen entstehen.

Rund 200 Strom-Tankstellen gibt es derzeit landesweit, heißt es aus dem Kieler Umweltministerium. Die exakte Anzahl lasse sich schwer ermitteln. Viele Anbieter mischen mit. Eine Meldepflicht ist erst in Planung. Einige Projekte sind noch in der Aufbauphase. Erst im August 2016 zum Beispiel kündigte die Stadtwerke-Tochter Netz Lübeck an, zehn Ökostrom-Ladesäulen für E-Autos im Stadtgebiet aufstellen zu wollen. Die erste wurde auf dem Parkplatz an der Willy-Brandt-Allee errichtet. Eine Station gibt es am Stadtwerke haus in der Geniner Straße und je eine hinter der IHK in der Fackenburger Allee, an der Trelleborgallee in Travemünde und am Museum für Natur und Umwelt. Die Säulen lassen sich per EC-Karte oder mit dem neuen Personalausweis nutzen.

Der Bund hat 300 Millionen Euro Fördergeld für den Ausbau von Elektrotankstellen ausgelobt. Ziel: Bundesweit sollen 15 000 mit Öko- Strom versorgte Stationen öffentlich zugänglich sein. Hansewerk will 25 Stationen selbst betreiben, für 45 wurde die Förderung gemeinsam mit Kommunen beantragt, so Sprecherin Anna Günther.

Das Land Schleswig-Holstein selber will noch in diesem Jahr 80 zusätzliche Strom-Tankstellen an landeseigenen Gebäuden errichten, kündigt Grünen-Umweltminister Robert Habeck an. „Damit verbessern wir die Voraussetzungen für eine Verkehrswende.“ Ein engmaschiges Ladesäulen-Netz sei schließlich Grundlage für mehr E-Mobilität. Die Planungskosten in Höhe von 240 000 Euro seien im Haushalt 2017 bereitgestellt.

Derweil setzt auch die evangelische Nordkirche auf Öko-Strom für Autos. Am Meldorfer Dom wurde vor wenigen Tagen die erste kirchliche Stromtankstelle eingerichtet. Die Kosten von 7000 Euro für die Aufstellung übernahmen die dortigen Stadtwerke, auch den Strom gibt’s vorerst kostenlos. Künftig soll es an möglichst vielen der rund 1900 Kirchen und etwa 1000 Gemeindehäusern der Nordkirche in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Ladestationen für E-Autos geben, kündigte Bischof Gothart Magaard an. Kirchen seien ja „ohnehin Orte, an denen Menschen auftanken“. Wenn dort auch E-Ladestationen zu finden seien, würde damit ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung geleistet.

"Der Ausbau kommt voran“, sagt Habeck. Man müsse aber auch „in die Puschen kommen“. Gerade als Land, das viel Öko-Strom produziere, sei man gefragt, klimaschonende Mobilität sicherzustellen.

Wolfram Hammer