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Norddeutschland Gute Stimmung und viel Nachholbedarf
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21:00 08.12.2018
Der Weihnachtsmarkt lockt derzeit viele Kunden in die Lübecker Innenstadt – auch zum Kaufen. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Lübeck

Im Lübecker Einzelhandel herrscht eine durchweg positive Stimmung, aber es gibt großen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung: Das sind die wichtigsten Ergebnisse aus der neuen Unternehmerkunden-Studie der Commerzbank. Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos hatte dazu bundesweit 3500 Einzelhändler mit einem Jahresumsatz bis 15 Millionen Euro befragt, davon 50 aus Lübeck.

84 Prozent sehen Entwicklung positiv

84 Prozent der Lübecker Einzelhändler beurteilen demnach die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branche als sehr gut oder stabil, erklärte Peter Marczynski, Unternehmenskundenbetreuer der Commerzbank. Das sei besser als der Bundesdurchschnitt (80 Prozent) und mehr als in Kiel (72 Prozent) und Flensburg (74 Prozent). Für das kommende Jahr sind 78 Prozent optimistisch (bundesweit 75 Prozent).

„Trotz zunehmender Digitalisierung verzeichnet knapp die Hälfte der Befragten mehr Kunden als vor fünf Jahren“, sagte Ralf Freitag, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Lübeck. Das liege vor allem am Tourismus. „Lübeck zieht durch die schöne Innenstadt Kunden an.“ Nur jeder fünfte Befragte spreche von sinkenden Kundenzahlen. Die größten Wünsche der Lübecker Einzelhändler seien mehr Parkplätze sowie Investitionen in die Attraktivität der Innenstadt und den Öffentlichen Nahverkehr.

Kleine Läden oft nicht im Internet

Deutliche Unterschiede zu den bundesweiten Zahlen gibt es in der Frage der Vertriebswege. 71 Prozent der Lübecker Einzelhändler verkaufen ihre Waren und Dienstleistungen nur stationär im Ladengeschäft, bundesweit sind es 56 Prozent, in Kiel 57 Prozent, in Flensburg 52 Prozent. „Auch kleinere Geschäfte brauchen eine Online-Präsenz, um Kunden zu binden und neue zu gewinnen“, sagt Ralf Freitag. Für die Kundenkommunikation im Internet nutzen Lübecker Einzelhändler vor allem Facebook (43 Prozent) vor E-Mail-Newslettern.

45 Prozent der Kunden in Lübeck zahlen mit Bargeld, das sind deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (29 Prozent). In Hamburg liegt die Quote der Barzahler sogar nur bei 17 Prozent. Kontaktloses Zahlen ist bisher bei 31 Prozent der Händler in Lübeck möglich, acht Prozent planen das Angebot für die Zukunft. Bundesweit liegt die Quote bei 38 Prozent. „Im Online-Handel sollte sich der Handel besser aufstellen“, sagt Freitag, „die Kundenbindung ist vernünftig, aber andere tun mehr“. Auch das kontaktlose Zahlen, in anderen Ländern längst Alltag, müsse vorangetrieben werden.

Viele Geschäfte suchen einen Nachfolger

Jeder vierte Einzelhändler in Lübeck sucht in den kommenden fünf Jahren einen Nachfolger, das sind etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (23 Prozent). 46 Prozent suchen diesen Nachfolger über persönliche Empfehlungen, das sind 15 Prozentpunkte mehr als bundesweit, was für die engen Verbindungen der Lübecker Wirtschaft spricht. 71 Prozent der Lübecker Einzelhändler halten den Fachkräftemangel für die größte Herausforderung (bundesweit 57 Prozent), 55 Prozent die Konkurrenz durch den Online Handel.

Christian Risch

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