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Norddeutschland In-Line Software aus Lübeck: Der Chef beherrscht 15 Programmiersprachen
Nachrichten Norddeutschland In-Line Software aus Lübeck: Der Chef beherrscht 15 Programmiersprachen
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08:00 23.02.2020
Christian Kannenberg, Geschäftsführer von In-Line Software in Reinfeld, überprüft die Codierung einer Software. Quelle: Lutz Roeßler
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Reinfeld

Wer die Geschichte von Christian Kannenberg hört, kann fast nur staunen. Gerade einmal 15 Jahre alt war Kannenberg, da begann er sich für Computer zu interessieren, wollte lernen zu programmieren – „und damals hatte kaum jemand einen Computer.“ Das war Anfang der Neunziger Jahre.

„Die Website ist das A und O für Unternehmen“

Heute, knapp 27 Jahre später, ist Kannenberg, 42 Jahre alt, Geschäftsführer und Inhaber von In-Line Software. Seit März 2018 leitet er die Firma. Einen Computer oder Smartphone besitzt heutzutage so gut wie jeder. „Für Unternehmen – vom Handwerker bis zu größeren Firmen – wird es ohne einen vernünftigen IT-Auftritt nicht mehr funktionieren“, sagt Kannenberg.

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Eine seiner ersten Tätigkeiten als Geschäftsführer war daher die Gestaltung einer neuen Website seines Unternehmens. „Made by passionate Coders“, erstellt von passionierten Programmierern, lautet der neue Leitspruch, der ab März auf der Website von In-Line Software prangen soll. „Die Website ist das A und O. Unsere Kunden sollen auf den ersten Blick sehen, dass uns das Programmieren im Blut liegt“, sagt Kannenberg.

Die insgesamt acht Softwareentwickler, die bei In-Line Software angestellt sind, schreiben für kleine bis mittelständische Unternehmen Programme und Software, die unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter angewendet werden können. Kannenbergs Schlüssel zum Erfolg: „Wenn die Firmen individuelle Wünsche an der Funktionsweise der Software haben, dann können wir diese programmieren.“ Zum Hauptgeschäft der Firma zählen Lohnbuch- und Finanzbuchhaltung sowie Warengeschäftssoftware.

Christian Kannenberg beherrscht 15 Programmiersprachen

„Man muss sich da reinfuchsen, um 20 Ecken denken und selbst dann übersieht man noch was – ich kann mich da komplett drin verlieren“, sagt Kannenberg über seinen Beruf. Mit dem Programmieren verhalte es sich wie mit dem Lernen von Sprachen. „Manche lernen es schneller, andere brauchen mehr Zeit dafür“, sagt Kannenberg. Ihm ging das leicht von der Hand. Inzwischen beherrscht er 15 Programmiersprachen. Zum Vergleich: Viele Programmierer könnten um die vier Programmiersprachen schreiben. In seinem Metier ist Kannenberg ein Profi. Und Programmierer sind gefragt in der heutigen Zeit. Im Januar veröffentlichte der kanadische Journalist Clive Thompson ein Buch, in dem er Programmierer gar als Architekten der digitalen Welt bezeichnete.

Programmieren gilt inzwischen als cool

Doch das war nicht immer so. Während seine Mitschüler ein Mofa kauften, investierte Kannenberg sein Konfirmationsgeld in seinen ersten Computer. Stolze 1500 Mark hat der gekostet. „Früher bin ich dafür belächelt worden. Aber plötzlich bin ich der Coole, weil das, was ich mache, von meinen ehemaligen Mitschülern sonst keiner kann“, sagt er. Seinen Job macht er aus Leidenschaft. „Abends auf der Couch sitze ich oft mit meinem Computer und programmiere etwas“, sagt er.

Kannenberg programmiert Software zur Gesichtserkennung

Als „Nebenbei-Projekt“ ist Kannenberg zurzeit dabei, eine Software zur Gesichtserkennung zu programmieren. „Aus reiner Faulheit“, wie er sagt. Denn wenn die EU die Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Arbeitszeit der Mitarbeiter zu erfassen, hat er keine Lust darauf, alles penibel genau einzutragen und zu erfassen. Seine Vorstellung: „Wir hängen im Eingangsbereich ein Tablet auf, das erkennt die Gesichter der Mitarbeiter und erfasst deren Arbeitszeit. Und wenn man in die Mittagspause geht, registriert die Software das auch.“

Einen Prototyp hat Kannenberg bereits erstellt. Bisher registriert die Software ein Gesicht allerdings nur zu einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent. „Das ist sehr schwierig und dauert noch.“ Aber wenn die Software erst einmal fertig ist, dann können seine Mitarbeiter sich auf coole Sprüche zur Begrüßung freuen: „Die Software sagt dann sowas wie ,Guten Morgen, du bist aber spät dran. Hast du schlecht geschlafen?’ – damit das Ganze bisschen Pepp bekommt.“

Existenzgründerpreis: So bewerben Sie sich

Sie können sich jetzt bewerben: Die Bewerbungsfrist für den Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft 2020 läuft. Den Preis schreiben die LN gemeinsam mit der Kaufmannschaft zu Lübeck , der IHK zu Lübeck und dem Technikzentrum Lübeck aus. Der Wettbewerb richtet sich an Unternehmer, die ihren Betrieb nach dem 1. Januar 2016 in Lübeck, in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Segeberg, Ostholstein oder Nordwestmecklenburg gegründet haben. Der mit 5000 Euro dotierte Existenzgründerpreis soll innovative Unternehmen aus der Region in der Startphase unterstützen, hinzu kommt ein Mediapaket der Lübecker Nachrichten im Wert von 2000 Euro. Zudem wird ein Innovations- und Mutpreis vergeben, der mit 3000 Euro dotiert ist und ebenfalls durch ein LN-Mediapaket im Wert von 2000 Euro ergänzt wird. Dieser Preis wird, nach Vorarbeit durch die Jury, durch das Publikum vergeben. Die feierliche Verleihung findet am 3. Juni in den Media Docks statt. Unterlagen und Infos zum Bewerbungsablauf finden Sie im Internet unter www.LN-Existenzgruenderpreis.de

Kennen Sie einen Existenzgründer, der eine preisverdächtige Idee verwirklicht, aber selbst keine Bewerbung abgibt? Dann schlagen Sie uns diese Firma vor! Wir wenden uns dann an die Unternehmerin oder den Unternehmer. Wenden Sie sich einfach per E-Mail an existenzgruenderpreis@LN-Luebeck.de

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Von Josephine Andreoli