Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland In Wacken droht die große Schlammschlacht
Nachrichten Norddeutschland In Wacken droht die große Schlammschlacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:09 30.07.2019
Schlammbäder sind in Wacken keine Seltenheit – hier eine Aufnahme von 2017.
Anzeige
Wacken

Heavy Metal ist nichts für Weicheier. Und so nehmen die Besucher des diesjährigen Wacken Open Airs die Wettervorhersage für die kommenden Tage gelassen. Eins scheint sicher: Wer Schlammschlachten mag, kommt auf seine Kosten. Die gute Nachricht: Viele Festival-Besucher sind bereits am Dienstag angereist und konnten ihr Zelt bei halbwegs trockenem Wetter aufbauen.

Erwartet werden 75 000 Besucher

Die Konzerte starten am Donnerstag, die Veranstalter rechnen mit 75 000 Besuchern. Vom 1. bis 3. August treten in dem 2000-Seelen-Dorf Wacken im Kreis Steinburg 170 Bands auf. Am Dienstagmorgen waren nach Angaben der Polizei bereits 37 Prozent der Campingflächen belegt und 20 000 Besucher auf dem Festivalgelände. Regenhosen haben die wenigstens dabei, der Großteil verfolgt eher die Strategie, sich das Wetter schönzutrinken.

Anzeige

Gewitter mit Starkregen

Für die gesamte Festivalzeit rechnet Diplom-Meteorologe Stefan Zimmer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) „mit zahlreichen Schauern“. Am Mittwoch dürften diese besonders kräftig ausfallen, es drohen laut Zimmer Gewitter und Starkregen: „Bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter sind binnen kurzer Zeit möglich“, sagt der Diplom-Meteorologe. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt in Wacken am Mittwoch bei 99 Prozent, für den ganzen Tag gilt eine Gewitterwarnung.

Am besten sind Festivalbesucher bei nächtlichen Gewittern in ihrem Auto aufgehoben, Zelten ist laut DWD unter Umständen sehr gefährlich, da viele Zeltstangen und -heringe aus Metall bestehen. Bei Gewittern sollte das Zelt keinesfalls neben Bäumen oder Gebäuden aufgeschlagen werden, im Zweifelsfall sollte man sich in Autos oder Häusern in Sicherheit bringen. Auch Wohnwagen bietet laut DWD-Sprecher Andreas Friedrich keinen Schutz vor Gewitter, da sie zum großen Teil aus Kunststoff bestehen.

Regenpause zum offiziellen Start

Am Donnerstag machen Regen und Gewitter dann zum offiziellen Start des 30. Wacken Open Airs voraussichtlich eine Pause und es gibt bis zu zehn Sonnenstunden, bevor am Freitag ein Tiefdruckgebiet direkt an der Nordsee wahrscheinlich wieder lang anhaltende Regenfälle mit sich bringt.

Wetterbesserung am Wochenende

Immerhin: Der Regen ist vergleichsweise warm, der DWD rechnet in den kommenden Tagen in Schleswig-Holstein mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 23 und 25 Grad. Am Wochenende ist dann Besserung in Sicht, erwartet wird eine Sonne-Wolken-Mix ohne nennenswerte Niederschläge bei 21 bis 23 Grad.

Wetterinfos per Wacken App

Übrigens gehört zum Organisationsteam des Wacken Open Air auch ein Meteorologe. Wichtige Wetterinfos stellt er den Festivalbesuchern über die Wacken App zur Verfügung, die nach Angaben der Veranstalter von 75 bis 80 Prozent der Gäste genutzt wird. Bei schweren Unwettern würde der Konzertbetrieb eingeschränkt und die Besucher gebeten, in ihren Autos Schutz zu suchen. Die wenigen Besucher, die laut W:O:A-Sprecher ohne Auto angereist sind, würden von anderen aufgenommen. Wer noch Platz im Wagen hat, stellt dann einfach den Warnblinker an.

Lesen Sie auch:

Wacken Open Air 2019: Das sagt Mitbegründer Thomas Jensen zum 30-jährigen Jubiläum

Wacken 2019: Schon jetzt beginnt die Anreise

Wacken 2019: Livestream, Line-up und Tickets

Grit Petersen