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Norddeutschland In deutschen Medienhäusern haben Männer noch fast immer das Sagen
Nachrichten Norddeutschland In deutschen Medienhäusern haben Männer noch fast immer das Sagen
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13:44 07.11.2019
Frauen sind in der Chefetage in deutschen Medienhäusern noch immer in der Unterzahl. Laut einer Studie liegt der Machtanteil von Frauen bei größeren Lokalzeitungen nur bei gut zehn Prozent. Lediglich bei Publikumszeitschriften halten sich die Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern die Waage. Stärker beteiligt werden Frauen hingegen bei liberalen und linksliberalen Zeitungstiteln. Quelle: picture alliance / dpa
Hamburg

Frauen sind in der Chefetage in deutschen Medienhäusern noch immer in der Unterzahl. Laut einer Studie des Vereins Pro Quote, die Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfrauenministerium, am Donnerstag in Hamburg vorstellte, betrage der Frauenanteil in den Chefredaktionen größerer Lokalzeitungen lediglich 10,2 Prozent. Ausgewogene Machtverhältnisse wurden lediglich bei den Publikumszeitschriften ermittelt. Auch bei den 100 reichweitenstärksten Online-Medien beträgt der Frauenanteil in den Führungspositionen lediglich 30 Prozent.

Bei liberalen Zeitungen sind Frauen offenbar stärker beteiligt

Bei den zehn größten überregionalen Tageszeitungen ermittelte die Studie einen Frauenmachtanteil in den Redaktionen von 25,1 Prozent. Dabei wurden die Führungspersonen in den Chefredaktionen anhand ihrer Position unterschiedlich gewichtet. So kommt die taz auf einen gewichteten Frauenanteil von 50,8 Prozent und die Süddeutsche Zeitung auf 32,1 Prozent. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Handelsblatt und die Welt liegen zwischen 16,1 und 18,1 Prozent. Frauen werden der Studie zufolge in liberalen und linksliberalen Zeitungen offenbar stärker beteiligt als in bürgerlich-konservativen.

Bei den 66 untersuchten Publikumszeitschriften ist mit einem Frauenanteil von 48,9 Prozent die Parität fast erreicht. Auf der obersten Ebene sind rund 45 Prozent der gezählten Personen weiblich. Die Streuung ist allerdings groß und reicht von 9,1 Prozent bei den drei Springer-Titeln „Auto Bild“, „Computer Bild“ und „Sport Bild“ bis zu 100 Prozent bei den Klambt-Heften „Für Sie“ und „vital“.

Einzig Frauenzeitschriften werden größtenteils von Frauen geleitet

Frauenzeitschriften befinden sich fest in weiblicher Hand. Neun Chefredakteurinnen steht in diesem Segment nur ein Chefredakteur gegenüber. Beim Thema Haus und Garten sieht es ähnlich aus: Von 14 Führungspositionen sind elf weiblich besetzt. Auch Lifestyle-Magazine wie die Cosmopolitan und die Gala werden in der Regel von Frauen geführt. Einzig die Bunte, der Playboy und die Super-Illu stehen unter der Leitung von Männern.

Die Motorpresse ist klar von Männern dominiert. Im Segment Wirtschaft und Verbraucher werden von acht Heften sieben von Männern geführt. Die einzige Chefredakteurin arbeitet bei dem Magazin test. Von den sieben Zeitschriften aus dem Bereich Wissen und Technik hat nur die Computer Bild eine Frau in der Chefredaktion.

30 Prozent Chefinnen bei reichweitenstärksten Online-Medien

Bei den 100 reichweitenstärksten Online-Medien beträgt der Frauenanteil in den Führungspositionen 30 Prozent. Auch hier ist die Spannbreite groß. Websites, die sich vornehmlich an Frauen wenden, werden mehrheitlich von Chefredakteurinnen geleitet.

Bei den Nachrichtenagenturen kommt der Marktführer Deutsche Presse-Agentur (dpa) auf einen gewichteten Frauenanteil von 41,7 Prozent in der Führungsebene. Für Agence France-Press (AFP) und Thomson Reuters wurden 33,3 Prozent ermittelt. Der Evangelische Pressedienst (epd) kommt auf 16,1 Prozent, die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) auf 17,6 Prozent.

Der 2012 gegründete Verein Pro Quote untersucht das Geschlechterverhältnis in den Schaltstellen der Medienbranche. Vor einem Jahr wurde eine erste Studie mit Frauenquoten in den Rundfunkhäusern vorgestellt. Hier wurde für den öffentlich-rechtlichen Bereich ein durchschnittlicher Frauenmachtanteil von 37,7 Prozent ermittelt. Für den privaten Rundfunk wurde der Anteil auf 20 bis 30 Prozent geschätzt. Dem Erhebungen liegen die Auswertung von Impressumsangaben sowie teils weitere Recherchen und Nachfragen in den Medienhäusern zugrunde.

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Von epd/RND

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