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Norddeutschland Indianerkostüme unerwünscht? So reagieren Geschäfte und Karl-May-Spiele
Nachrichten Norddeutschland Indianerkostüme unerwünscht? So reagieren Geschäfte und Karl-May-Spiele
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20:08 06.03.2019
Cowboy und Indianer: Silja (5) und Joris (2) probieren mit Mama Svea Pape (l.) und Verkäuferin Rita Kohwitz Kostüme. Quelle: 54°/Felix König
Lübeck

„Wir wollen inklusiv sein und nicht mit Stereotypen Menschen verletzen“, begründete die pädagogische Geschäftsführerin Franziska Larrá der Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas ihre Idee, auf Indianerverkleidungen zu verzichten. Es gehe darum, Stereotype zu vermeiden, die für die Betroffenen schmerzhaft, ja entwürdigend sein könnten, heißt es in einer Stellungnahme auf der Kita-Homepage. Kostüme, die „auf Rasse oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder anderen Minderheit Bezug nehmen“, seien unerwünscht. „Wenn man an früher durchaus übliche Verkleidungen als Afrikaner mit Baströckchen und Bananen als Kopfschmuck denkt, kann man die größere Vorsicht unserer Kitas gut nachvollziehen.“

„Kinder sollen ihren Spaß haben“

Dies ist für die meisten Eltern und Kinder schwer zu begreifen. Rita Kohwitz (60) vom Lübecker Spielwarengeschäft „Rappelkiste“ kann mit der Begründung der Hamburger Kita nichts anfangen. „Ich finde das lächerlich. Cowboys und Indianer, das gehört doch einfach zur Kindheit dazu. Das ist ein Rollenspiel.“ Ähnlich sieht es Kundin Katrin Wuttke (38) aus Reinfeld (Kreis Stormarn). „So ein Quatsch“, macht sie ihrer Meinung Luft. „Das ist doch nun ein bisschen übertrieben. Kinder sollen ihren Spaß haben.“

Viele Leute können nicht verstehen, wieso Kinder sich nicht als Angehörige anderer Kulturen verkleiden dürfen.

„Solche Kostüme sind für mich nicht problematisch“, stellt Svea Pape (31) aus Söhren (Kreis Ostholstein) klar. „Das Ganze ist eigentlich keine Debatte wert.“ Ihre Kinder Silja (5) und Joris (2) probieren im Laden Federschmuck und Cowboyhut, es gibt auch Gummi-Tomahawks und Western-Revolver. Bei Spielzeugwaffen sei sie eher skeptisch, sagt die Mutter. „Da bin ich nicht so dafür.“

Katrin Reininger (45) vom Kostümhandel Kappen-Orth in Bad Schwartau und ihre Kolleginnen haben jedenfalls eine Menge Indianerkostüme verkauft, berichten sie. Dazu Chinesenhüte, Scheich- und Mexikanerkostüme, aber auch Schottenröcke und bayerische Lederhosen. „Wo soll man da die Grenze ziehen?“, fragt sich Reininger. „Nächstes Jahr kommen die Tierschützer und wollen, dass wir keine Tierverkleidungen mehr verkaufen“, witzelt Verkäuferin Vanessa Csancsar (42).

In den Kitas im Norden sind unerwünschte Kostüme bislang nicht bekannt. „Cowboys und Indianer“ seien ohnehin selten geworden, hat Nadine Wiederhold (43), Pädagogische Leiterin des Kitawerks Lübeck, festgestellt. „In der Regel verkleiden sich die Kinder lieber als Comichelden.“ Fasching sei für sie ein Spaß und eine spielerische Art, in andere Rollen zu schlüpfen. „Die aktuelle Diskussion halte ich für überzogen.“

„Es gibt andere Probleme, um die man sich eher kümmern sollte“, sagt auch Rappelkisten-Spielwaren-Verkäufer Oliver Dietrichs (44). „Dann müsste man doch Winnetou und die Karl-May-Spiele auch verbieten.“

Plädoyer für Winnetou und Old Shatterhand

Die Frage nach Kostümen betrifft nicht zuletzt die Bad Segeberger Karl-May-Spiele. Denn dort sind nicht nur die Schauspieler verkleidet, während der Saison werden auch Indianer- und Cowboy-Utensilien für Kinder verkauft.

„Die Aufführungen der Karl-May-Spiele sind seit Jahrzehnten ein Plädoyer für die Indianer, aber auch für Frieden, Freundschaft und das harmonische Miteinander von Kulturen und Religionen“, sagt Ute Thienel, Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele. Symbolisiert werde all das durch Winnetou, der für diese Werte eintritt und am Ende dem Guten Seite an Seite mit seinem weißen Blutsbruder Old Shatterhand zum Sieg verhilft.“

Kinder könnten in Kostümen spielerisch üben, wie man „Gräben zwischen Kulturen überwindet und Brücken zueinander baut“. Durch die Kostüme bleibe zudem das Schicksal der Indianer auch heutzutage präsent.Wer sich zu Fasching kostümiere, verkleide sich meist als jemand, der er gern sein würde. „Gibt es etwas Schöneres, als dass sich Kinder für eine Minderheit einsetzen?“

Marcus Stöcklin

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