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Norddeutschland Initiative kämpft für Winterferien im Norden
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12:10 26.01.2018
Winterferien in Schleswig-Holstein? Die Elternschaft ist gespalten.  Quelle: dpa
Kiel

Damit sich der Petitionsausschuss des Landtags damit beschäftigt, würde die Eingabe einer einzigen Person reichen. Mehr als 2000 Stimmen aber erzeugen Druck. Das Bildungsministerium reagiert mit Ablehnung auf die Initiative.

Initator Volker Barthel

Barthel begründet seinen Vorstoß „mit der langen Zeit, in der unsere Kinder – abhängig vom Osterdatum – bis zu 14 Wochen ununterbrochen die Schule besuchen müssen“. Doch gerade in der kalten Jahreszeit sollten Kinder die Möglichkeit haben, sich nicht nur an Wochenenden draußen aufhalten zu können – aus gesundheitlichen Aspekten. Er fordere deshalb die Einführung von einwöchigen Winterferien in Schleswig-Holstein, idealerweise Anfang Februar im Anschluss an die Zeugnisvergabe, alternativ im März.

Hier geht es zur Petition

Weitere Argumente, die Barthel ins Feld führt: gleichmäßigere Verteilung der Ferien (nach den Sommerferien schließen sich 2018 nur sechs Unterrichtswochen an, ehe dreiwöchige Herbstferien beginnen), Möglichkeit zum Winterurlaub, Skiurlaub auch für wenig Geld. 2347 Menschen unterstützten das Anliegen bis Donnerstag, 2146 davon sind laut Online-Plattform „openpetition“ Schleswig-Holsteiner. Petitionen im Internet sind zulässig, wenn sie ihren Adressaten mit einer Unterschrift erreichen. Der Landtag bietet dazu im Netz eigene Vordrucke an (www.sh-landtag.de/petitionen/).

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Die Elternschaft ist gespalten. „Winterferien sind ein guter Vorschlag. Die Sommerferien sind ohnehin viel zu lang“, sagt Thorsten Muschinski, Landesvertreter für die Gemeinschaftsschulen. Nach sechs Wochen Pause im Sommer seien Kinder schwer zu motivieren. Das sieht Thomas Wulff, Elternsprecher für Gymnasien, genauso. „Für Winterferien sehe ich persönlich aber keinen Bedarf.“ Bundesweit gibt es derzeit in elf Bundesländern Winterferien, in Hamburg mit der Sonderregelung, dass Schulkinder erst im März frei bekommen, dafür auf die Osterferien verzichten.

Das Kieler Bildungsministerium hält Winterferien für nicht umsetzbar. Der Landtag habe sich 2003 für die Rückverlegung der Frühjahrsferien in die Osterzeit ausgesprochen. Das Ministerium fühle sich an diesen Beschluss gebunden, teilte Sprecher Thomas Schunck mit. Aufgrund von Anfragen mancher Bürger sei vor drei Jahren eine Anhörung zu dem Thema anberaumt worden. Dabei habe sich eine Mehrheit gegen eine neue Ferienzeit ausgesprochen.

An der Gesamtzahl der Ferientage wollen die Petenten nicht rütteln, sie sollen nur anders verteilt werden. Barthel schwebt vor, dass an allen Schulferien ein paar Tage für den Winter abgeknapst werden.
Jedem Bundesland stehen einheitlich 75 Tage zu inklusive zwölf Sonnabenden. Das hat damit zu tun, dass der Sonnabend nicht überall generell unterrichtsfrei ist. In Schleswig-Holstein gibt es dieses Jahr zweieinhalbwöchige Osterferien und drei Wochen XXL-Herbstferien. Grund sind gleich mehrere Feiertage, die auf Werktage fallen. Gesetzliche Feiertage aber dürfen nicht verrechnet werden, kommen als „Bonus“ obendrauf. 2020 dürfen sich Schüler und Lehrer so auf drei Wochen Osterferien freuen.

Von Curd Tönnemann

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