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Norddeutschland SPD will den 8. März zum Feiertag machen
Nachrichten Norddeutschland SPD will den 8. März zum Feiertag machen
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07:00 26.09.2019
Die SPD will, dass der internationale Frauentag am 8. März nicht nur in Berlin, sondern auch im Norden ein neuen Feiertag ist. Quelle: Jens Wolf/dpa
Kiel

Schleswig-Holstein soll noch einen weiteren Feiertag bekommen. Das fordert die Nord-SPD. Kurz nach der Einführung des arbeitsfreien Reformationstages machen sich die Sozialdemokraten für den Internationalen Frauentag am 8. März als Feiertag stark.

SPD fordert „ein deutliches Zeichen für mehr Gleichstellung“

Der Landesparteirat hat es beschlossen. „Er wünscht sich ein deutliches Zeichen für mehr Gleichstellung in unserem Land“, sagt SPD-Landeschefin Serpil Midyatli. Die Landtagsfraktion werde daher jetzt Gespräche mit Frauenverbänden, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und den anderen Landtagsfraktionen führen, um für den neuen Feiertag zu werben.

Bei der Vorsitzenden des Landesfrauenrates, Anke Homann, rennt die SPD damit offene Türen ein. „Ich kann mich dem Vorschlag voll anschließen“, sagt Homann. Während es etwa in Kanada Denkmäler für die ersten weiblichen Abgeordneten in den Parlamenten gebe, fehle es in Deutschland bislang an öffentlicher Wahrnehmung und Würdigung der Wichtigkeit des Themas.

Landesfrauenrat: Bedeutung der Gleichstellung würdigen

„Wäre dieser internationale Tag bei uns ein gesetzlicher Feiertag, würde er ins Bewusstsein heben, welche große Bedeutung Gleichstellung haben müsste“, sagt Anke Homann. Denn noch immer gebe es überall im Land patriarchalische Strukturen, die Frauen benachteiligten.

Erst 2018 war in Schleswig-Holstein erstmals der Reformationstag am 31. Oktober als gesetzlicher Feiertag arbeitsfrei. Der Einführung war eine monatelange Diskussion unter Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbänden, Parteien und Fraktionen vorausgegangen. Die SPD hatte den Reformationstag ebenfalls als Feiertag favorisiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hatte moniert, dass die Arbeitnehmer im Norden deutlich weniger freie Tage hätten als in Bayern mit seinen vielen Festtagen.

Die CDU lehnt einen weiteren Feiertag ab

Es waren damals die Grünen, die den 8. März in die Diskussion brachten. „Dem Weltfrauentag sollte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit zukommen“, sagt Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben auch jetzt wieder. Ob man in Schleswig-Holstein aber noch einen weiteren Feiertag einführen sollte, das habe man weder in der Partei noch in der Fraktion besprochen. Sie selber würde sich derzeit „nicht für einen weiteren Feiertag aussprechen“, sagt die Grünen-Politikerin.

Bei der CDU stößt der Vorschlag auf völlige Ablehnung – die Christdemokraten wollten der Wirtschaft eigentlich schon den kirchlichen Reformationstag nicht als arbeits- und damit umsatzfreien Feiertag zumuten. Jetzt sehe man überhaupt keine Veranlassung, das Thema auch nur zu diskutieren, sagt Unions-Fraktionschef Tobias Koch. Für einen weiteren Feiertag gebe es keine Luft. „Ich sehe keinen weiteren Bedarf an Feiertagen“, sagt auch die CDU-Landtagsabgeordnete und Frauen-Unions-Landeschefin Katja Rathje-Hoffmann.

FDP: Extra-Feiertag nur, wenn die Wirtschaft weiter brummt

Bei den Liberalen sieht man das weniger dogmatisch. „Wir müssen jetzt nicht jedes Jahr einen weiteren Feiertag einführen, nur weil die Bayern immer noch mehr davon haben als wir“, sagt FDP-Fraktionschef Christopher Vogt zwar. Man müsse auch an die Kleinunternehmer denken, die solche Feiertage im Zweifel bezahlen müssten. Wenn man aber dauerhaft, wie zuletzt gelungen, bei der wirtschaftlichen Entwicklung mit Bayern Schritt halten könne, „können wir uns vielleicht irgendwann über weitere Feiertage Gedanken machen. Ich wäre dann aber für den 23. Mai, den Tag des Grundgesetzes“, sagt Vogt. An diesem Tag könnte man „die grandiosen Werte unserer Verfassung in den Mittelpunkt stellen“.

SPD: „Wir haben die Frauen gefunden“

Mit ihrem Imagefilm zum Tag der Einheit am 3. Oktober langte die Kieler Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP gewaltig daneben. In dem Werbefilm sind fast nur Männer als vermeintlich herausragende Vertreter Schleswig-Holsteins zu sehen. Die SPD geht jetzt mit einem eigenen Film an den Start. Motto: „Wir haben sie gefunden. Und es war nicht schwer!“ Eine Feuerwehrfrau zum Beispiel, Seglerinnen, Kapitäninnen, die Lübecker Social-Media-Pastorin Carola Scherf, Polizistinnen und Professorinnen. „Wir bewegen das Land“, sagt SPD-Landeschefin Serpil Midyatli. Sie habe im Gegensatz zur Jamaika-Regierung nicht lange suchen müssen, um die tollen, starken, kreativen Frauen zu finden.

Der SSW hingegen würde bei einem weiteren Feiertag sofort mitziehen. „Gegen einen weiteren Feiertag ist nichts einzuwenden“, sagt SSW-Frontmann Lars Harms. Dabei würde seine Partei aber den 13. Juni bevorzugen, den Tag der Landesverfassung. „Sie ist von großer Bedeutung für das Leben alle Menschen aller Geschlechter“, sagt Harms.

Von Wolfram Hammer

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