Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Diese Verbrechen haben Schleswig-Holstein bewegt
Nachrichten Norddeutschland Diese Verbrechen haben Schleswig-Holstein bewegt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:02 29.12.2018
Messerangriff in Kücknitz Mitte Juli: Ein Mann griff diverse Fahrgäste auf dem Weg zur Travemünder Woche an. Quelle: imago
Lübeck

 Schlagzeilen von Verbrechen waren im Jahr 2018 in Lübeck und Umgebung keine Seltenheit. Diese Schock-Momente, Gerichtsurteile, unaufgeklärten Verbrechen aus Lübeck, Ostholstein, Stormarn, Segeberg und Lüneburg werden nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Ein Jahr, viele Verbrechen: In Lübeck und Umgebung ist es zu tragischen Vorfällen gekommen. Sechs Fälle aus Schleswig-Holstein, die in Erinnerung bleiben.

Lübeck: Die Messer-Attacke von Kücknitz

Dramatische Szenen spielten sich Ende Juli in Kücknitz ab. Viele Fahrgäste fuhren an einem Freitagnachmittag Richtung Travemünde. Dort sollte am Abend die Travemünder Woche eröffnet werden. Plötzlich stach einer der Fahrgäste mit einem Messer auf andere Fahrgäste ein. Der Fahrer reagierte geistesgegenwärtig, stoppte den Bus und öffnete die Türen, damit die Menschen fliehen konnten. Ende November warf die Staatsanwaltschaft Lübeck dem 34-jährigen Täter versuchten Mord in 48 Fällen, gefährliche Körperverletzung in acht und Körperverletzung in vier Fällen vor. Der Beschuldigte soll in einer Psychiatrie untergebracht werden. Er sei aufgrund einer Schizophrenie-Erkrankung schuldunfähig, aber gefährlich für die Allgemeinheit. Hier finden Sie mehr zum Gerichtsprozess und zum Angreifer in Kücknitz. 

Lüneburger Knochenfund ist doch nicht Monika Crantz

Nach dem Fund eines skelettierten Menschenschädels sowie von Knochen und Bekleidung in einem Waldstück bei Lüneburg hatten die Ermittler im Oktober den Verdacht, es könnten die Überreste der seit 1999 vermissten und für tot erklärten Ratzeburgerin Monika Crantz sein. Das Landgericht Lübeck verurteilte ihren Ehemann Hartmut Crantz im Dezember 2000 wegen Mordes zu lebenslanger Haft – ohne dass die Ermittler eine Leiche präsentieren konnten. Der nahm sich daraufhin das Leben. Nach dem Knochenfund wurden die Kinder von Monika Crantz bereits informiert. Doch dann das: Eine Untersuchung eines Röhrenknochens am Universitätsklinikum Eppendorf ergab keine Übereinstimmung mit der DNA. Wessen Skelett im Waldstück gefunden wurde, ist weiterhin unklar. Ziemlich sicher sind sich die Ermittler, dass es sich bei den Knochen um die Überreste einer Frauenleiche handelt. Mehr zum Knochenfund hier.

Ostholstein: Zwei Verbrechen erschüttern Wulfsdorf

Das ostholsteinische Wulfsdorf in der Gemeinde Scharbeutz war dieses Jahr bundesweit in den Schlagzeilen – aus traurigem Anlass. Gleich zwei schreckliche Kriminalfälle erschütterten das 200 Einwohner zählende Dorf. Lebenslange Haft wegen Mordes lautete das Urteil am Landgericht Lübeck Ende November gegen einen Wulfsdorfer, der seine Ehefrau Ende Dezember 2017 im Schlaf erstickt und ihre Leiche im eigenen Garten vergraben hat. Der Angeklagte habe laut Richter seine Frau, die Mutter des gemeinsamen Sohnes, getötet, um mit seiner Geliebten schnell und ungehindert ein neues Leben beginnen zu können.

Ein weiterer Einwohner wurde vom Landgericht Karlsruhe im Juni zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er zum Missbrauch und zur Tötung eines neunjährigen Jungen nach Süddeutschland gereist war. Das Kind soll jahrelang von seiner Mutter und deren Lebensgefährten gegen Geld an Pädophile „vermietet“ worden sein. Hier erfahren Sie, wie das Dorf auf die Vorfälle reagiert hat.

Ermittlung gegen Unbekannt: Steinwürfe auf der A 20 und A 21

Eine Serie von Steinwürfen gab es im Juli auf Autobahnen in Bad Segeberg. Bei Weede wurde Mitte Juli ein 69-jähriger Autofahrer, der auf der A 20 von Lübeck nach Bad Segeberg unterwegs war, von einer Brücke beworfen. Der Stein in Größe eines Handballes fiel auf die Windschutzscheibe, Fahrer und Beifahrerin blieben unverletzt.

Nur zwei Wochen später griffen Unbekannte ein Wochenende lang, immer nachts, erneut gezielt Autos auf der A 21 mit Wurfgeschossen an. Eine Familie wurde dabei getroffen, sie war Richtung Norden unterwegs. Der Stein traf Windschutzscheibe und Dach, ins Innere des Autos schlug der Stein aber nicht durch. Die Kripo ermittelt, fand aber bisher keine Verdächtigen.

Bad Segeberg: Versuchter Mord in der Disko

Mit 2,7 Promille Alkohol im Blut hatte ein 30-Jähriger auf dem Parkplatz der Bad Segeberger Diskothek „Que Danceclub“ im April sein Teppichmesser gezogen und zwei Männern den Hals aufgeschnitten. Die Klinge verfehlte Luftröhren und Schlagadern der Opfer und verursachte leichtere Verletzungen. Wegen der potenziellen Lebensgefahr warf das Kieler Landgericht dem Mann versuchten Totschlag in zwei Fällen vor. Das Urteil Mitte November lautete: viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe.

Schon vor zehn Jahren hatte der Handwerker einen Kontrahenten mit einem Teppichmesser im Gesicht verletzt. Damals verhängte das Jugendgericht eine Woche Arrest. Vor fünf Jahren verurteilte ihn das Kieler Landgericht zu zwei Jahren Haft, nachdem er mit einem Butterflymesser auf mehrere Personen losgegangen war. Nach dem Urteil in diesem Jahr bekommt der Angeklagte die Möglichkeit, in einer geschlossenen Entziehungsanstalt von seiner Alkoholsucht loszukommen.

Millionendiebstahl aus einem Geldtransporter

Ein 41 Jahre alter Fahrer eines Geldtransporters der Firma Prosegur war im Januar zwischen Hamburg und Kiel unterwegs. Mit einem 48-jährigen Komplizen klaute er während der Fahrt drei Geldkassetten. Der Inhalt: rund 2,4 Millionen Euro.

An einer Tankstelle im Kreis Plön hielt der Mitarbeiter unerlaubt an und lud das Geld aus dem Spezialtransporter in einen eigens angemieteten Kleinlaster. Der Komplize fuhr die Beute nach Hamburg und versteckte sie in mehreren unauffällig abgestellten Wohnwagen und Autos. Im März spürten Fahnder die entwendete Summe bis auf 87 000 Euro auf. Die Männer wurden vom Landgericht Kiel zu drei Jahren Haft verurteilt. Mehr zum Urteil hier. 

Saskia Bücker

Die Kommunalwahl, eine Festnahme und der Verkauf der HSH Nordbank bestimmten die Schlagzeilen.

29.12.2018

Meterhohe Schneemassen, abgeschnittene Dörfer, dramatische Rettungsaktionen - zum Jahreswechsel 1978/79 versank Schleswig-Holstein im Schnee. Wie haben die Menschen aus der Region das Drama damals erlebt? Zusammen mit den Kieler Nachrichten blicken wir zurück auf die Schneekatastrophe.

29.12.2018

In der Adventszeit sind der Polizei in Dänemark mehr Autofahrer unter Drogeneinfluss aufgefallen als alkoholisierte Fahrer. Bei Verkehrskontrollen im Zeitraum von Ende November bis zum 26. Dezember registrierten die Beamten 397 Fälle von berauschten Fahrern und 360 Promillefahrten, wie die dänische Nationalpolizei am Freitag mitteilte. 

28.12.2018