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Norddeutschland K.o.-Tropfen: Hamburger Rechtsmediziner prüfen 70 Verdachtsfälle im Jahr
Nachrichten Norddeutschland K.o.-Tropfen: Hamburger Rechtsmediziner prüfen 70 Verdachtsfälle im Jahr
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09:06 08.11.2019
Viele junge Frauen haben Angst, mit K.o.-Tropfen betäubt und dann vergewaltigt zu werden. Wie groß die Gefahr tatsächlich ist, können die Behörden nicht beziffern. Die Zahl der Untersuchungen durch Hamburger Rechtsmediziner gibt aber einen Anhaltspunkt. Quelle: Nicolas Armer/dpa
Hamburg/Lübeck

Die Gefahr für Frauen, mit K.o.-Tropfen wehrlos gemacht zu werden, ist in Hamburg offenbar unverändert groß. Das Institut für Rechtsmedizin untersuchte in den ersten neun Monaten des Jahres 66 Verdachtsfälle, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz mitteilte. Im vergangenen Jahr waren die Rechtsmediziner 71 Verdachtsfällen nachgegangen, 2017 waren 75 Fälle bearbeitet worden. Die Mehrzahl der Untersuchungen wurden von der Polizei veranlasst, einen deutlich kleinerer Anteil kam von privater Seite. Die Proben stammten in der weit überwiegenden Zahl von Frauen. Wie oft sich der Verdacht bei den Untersuchungen bestätigte, teilte der Senat nicht mit.

Neue Untersuchungsmethode etabliert

Künftig will das Institut die Proben noch genauer prüfen. Es sei aktuell eine neue Untersuchungsmethode etabliert worden. Das Verfahren LC-MS (Flüssigkeitschromatographie mit Massenspektrometrie-Koppelung) erlaube die Analyse von 143 möglichen K.o.-Substanzen beziehungsweise von deren Abbauprodukten im Urin, hieß es weiter.

Polizei schloss K.o.-Tropfen im Fall der Lübecker Studentin nicht aus

Gerade junge Frauen werden von Beratungsstellen davor gewarnt, in Clubs ihre Getränke unbeobachtet zu lassen. Im Februar hatte das Landgericht Hamburg einen 60-jährigen Ingenieur zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er einer Frau, die sich bei ihm um einen Job beworben hatte, K.o.-Tropfen in den Orangensaft gemischt und sie vergewaltigt hatte.

Auch im Fall der gefesselten und vergewaltigten Studentin, die im Oktober auf einem Feldweg bei Lübeck gefunden wurde, schloss die Polizei den Einsatz von K.o.-Tropfen zunächst nicht aus. Eine erste Untersuchung bestätigte den Verdacht aber nicht.

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Von dpa/RND

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