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Norddeutschland Kapitän Schmidt hat jetzt eine eigene Facebook-Seite
Nachrichten Norddeutschland Kapitän Schmidt hat jetzt eine eigene Facebook-Seite
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21:10 07.11.2016
Lübeck

Stefan Schmidt (75) ist ein mutiger Mann. 2004 rettete er mit dem SchiffCap Anamur“ 37 Menschen vor Malta aus Seenot, wurde dafür in Italien wegen Schleusung angeklagt – und später freigesprochen. Für seine Hilfe erhielt der Lübecker weltweit viel Anerkennung. Seit 2011 ist er Flüchtlingsbeauftragter von Schleswig-Holstein. Und nun ging seine neue Facebook-Seite (zu finden mit dem Suchbegriff „Kapitän Schmidt“) ans Netz. „Wenn es darum geht, geflohenen Menschen zu helfen, sollte man von allen Seiten angreifen“, begründet Stefan Schmidt. Die Idee zur neuen Seite sei in einem Gespräch mit seinem Sohn Felix und Stefan Kruecken, dem Leiter des Ankerherz-Verlages entstanden. „Wir waren der Ansicht, dass es gut wäre, wenn Herr Schmidt eine Stimme in den sozialen Medien hätte“, so Kruecken.

Nun ist der Kapitän online. Schon in den ersten 24 Stunden gab es 3000 Follower. „Eine Riesenfreude für uns“, sagt Stefan Schmidt. Auf der Seite posten er und seine Mitstreiter Beiträge von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, Zeitungsartikel oder eigene Meinungen. Schmidt: „Wenn ich zum Beispiel im Zug sitze und Netz habe, kann ich auf Beiträge antworten oder selbst etwas schreiben.“

Voraussetzung für ihn sei, dass er sich täglich über die Nachrichtenlage informiere, so der Kapitän. „Jeden Morgen lese ich die Lübecker Nachrichten und die Süddeutsche Zeitung. So bin ich immer auf dem Laufenden.“

Das Engagement für Flüchtlinge habe er „sozusagen in den Genen“, meint Stefan Schmidt. „Schließlich war ich im Alter von drei Jahren selbst Flüchtling. Damals musste ich mit meiner Mutter aus Stettin fliehen.“ Aus dieser Zeit stammen seine frühesten Erinnerungen. „Das erste, woran ich mich bewusst erinnere, ist, dass meine Mutter mir einen nassen Waschlappen auf das Gesicht legte, um mich vor dem Staub nach einem Bombenangriff zu schützen.“

Als Seemann sah Stefan Schmidt fast die ganze Welt. Er leitete eine Seefahrtsschule im Südpazifik und wurde Honorarkonsul des Inselstaates Tuvalu. Später war er Dozent für Schiffssicherheit an der Seefahrtsschule Travemünde. „Er ist ein Kosmopolit, ein weltoffener Mensch“, sagt Stefan Kruecken. Die Stimme eines Mannes wie Schmidt, der so viel Lebenserfahrung habe, sei etwas, wonach die Leute ein Bedürfnis hätten, glaubt der Verlagsleiter. Er ziehe aus der neuen Facebook-Seite an sich keine Vorteile. „Kann aber sein, es wird mal Buch draus. . .“

stö

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