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Kiel: Grünen-Minister Jan Philipp Albrecht zieht es nach Berlin

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21:18 25.10.2021
Noch ist Jan Philipp Albrecht Grüner Umwelt-, Energiewende- und Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein – hier im September bei der Eröffnung der Verbrauchermesse Norla. Doch jetzt will er nach Berlin wechseln.
Noch ist Jan Philipp Albrecht Grüner Umwelt-, Energiewende- und Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein – hier im September bei der Eröffnung der Verbrauchermesse Norla. Doch jetzt will er nach Berlin wechseln. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Berlin/Kiel

Er wurde schon als möglicher Spitzenkandidat der Grünen zur Landtagswahl am 8. Mai 2022 gehandelt. Doch jetzt kehrt Jan Philipp Albrecht, bislang Energiewende-, Landwirtschafts-, Umwelt- und Digitalisierungsminister in Kiel, dem Norden den Rücken. Der 38-Jährige soll in Berlin neuer Chef der parteinahen Böll-Stiftung werden.

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Am Montag war die Personalie durchgesickert. Am Abend bestätigte Albrecht sie. „Die Nominierung ist eine große Ehre“, sagte der Noch-Minister auf LN-Anfrage. Und ja, werde er von der Mitgliederversammlung der Stiftung gewählt, werde er diese „reizvolle Herausforderung“ annehmen.

Der Wechsel steht schon im März 2022 an

Diese Wahl soll im Dezember stattfinden – und sie gilt als ziemlich sicher. Der Aufsichtsrat der Stiftung beschloss, der Mitgliederversammlung Albrecht vorzuschlagen – und als Co-Vorsitzende die Soziologin Imme Scholz. Schon Ende März 2022 stünde für Albrecht dann der Wechsel nach Berlin an. Die Böll-Stiftung gilt als Grüne „Denk-Fabrik“.

Albrecht war erst im August 2018 aus dem EU-Parlament ins Kieler Ministerium gewechselt, nachdem sein Amtsvorgänger Robert Habeck den Grünen-Bundesvorsitz übernahm. Seither agierte er vergleichsweise geräuschlos als Minister neben seinen CDU- und FDP-Kollegen im Jamaika-Kabinett von CDU-Ministerpräsident Daniel Günther.

Den Grünen droht im Wahlkampf die Führungslosigkeit

Wer sein Nachfolger in Kiel werden könnte, gilt noch nicht als ausgemacht – und auch nicht, mit wem an der Spitze die Grünen nun in den nahenden Wahlkampf ziehen werden. Albrecht galt als aussichtsreichster Kandidat und hatte sich auch selbst immer wieder dafür ins Gespräch gebracht.

Grünen-Finanzministerin Monika Heinold hingegen, die zweite Grünen-Ministerin in Kiel und wohl bekannteste Grünen-Politikerin im Norden, hatte hingegen unlängst nicht einmal ausgeschlossen, dass sie sich im Mai 2022 ganz aus der Politik zurückziehen werde. Andere Landespolitiker haben die Nord-Grünen bislang nicht nach vorn gebracht und auch nur ansatzweise so bekannt gemacht wie Heinold und Albrecht.

Von Wolfram Hammer