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Norddeutschland Kiel kippt Stadt-Regional-Bahn
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20:10 12.05.2015
Ausgeträumt: Die Pläne für eine Stadt-Regional-Bahn in Kiel, hier ein Entwurf, sind jetzt auch offiziell aufgegeben worden. Quelle: Stadt Kiel/VCD
Kiel

Eine Straßenbahn für Kiel, die als Stadt-Regional-Bahn auch ins Umland fährt: Jahrelang warben Kieler Politiker für diese 380-Millionen-Euro-Vision, gaben bereits 810000 Euro für Planungen aus. Jetzt ist das Projekt endgültig gescheitert.

Kiels SPD-Oberbürgermeister Ulf Kämpfer übernahm es gestern, das auch offiziell zu verkünden. „Es ist jetzt Zeit, eine Zäsur herbeizuführen“, sagte Kämpfer. Das Vorhaben sei ein „Fetisch der kommunalpolitischen Diskussion“ geworden, habe dabei aber in den vergangenen Jahren nie die notwendige „kritische Masse der Unterstützung“ erreicht. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Im vergangenen Dezember hatte sich nach Neumünster auch der Kreis Rendsburg- Eckernförde aus den Planungen zurückgezogen: zu teuer, zu wenig Nutzen, so ihre Argumente. Nur der Kreis Plön unterstützte das Projekt noch.

Damit steht auch die SPD-Grünen-SSW-Koalition im Landtag düpiert da. Die drei Parteien hatten die Unterstützung der Stadt-Regional-Bahn 2012 eigens in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. Während das SPD-geführte Verkehrsministerium den Eindruck erweckte, eher auf den Ausbau der S-Bahnen im Hamburger Rand zu setzen, wollten vor allem die Grünen und ihr Verkehrsexperte Andreas Tietze das Projekt Stadt-Regional-Bahn voranbringen.

Tietze reagierte gestern entsprechend schmallippig auf Kämpfers Vorstoß. Man begrüße, dass der Kieler Oberbürgermeister jetzt einen „Masterplan Mobilität“ auflegen wolle, hieß es im Wesentlichen.

Und: Man strebe für den Nahverkehr in der Region Kiel weiter eine schienengebundene Lösung an. Kämpfer hatte erklärt, die Frage nach einer Rückkehr einer reinen Straßenbahn ausschließlich auf Kieler Stadtgebiet sei weiter offen, man müsse das prüfen. Die Wiedereröffnung der Bahnlinie von Kiel nach Schönberg in der Probstei solle hingegen auf jeden Fall weiter vorangetrieben werden.

Die Kritik der Landtags-CDU fiel scharf aus. „Seit Jahren wurden die für den schnelleren Ausbau der S4 und S21 dringend benötigten Regionalisierungsmittel für die unsinnige grüne Bimmelbahn in Kiel blockiert“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp. „Endlich hat sich die Vernunft durchgesetzt.“

Die FDP reagierte geringfügig moderater. „Wir haben immer gesagt, dass die Stadtregionalbahn zwar ein interessantes Projekt wäre, aber angesichts der Kosten und der Umstände nicht realisierbar ist“, erklärte deren Landtags-Verkehrsfachmann Christopher Vogt. Es sei einerseits gut, dass der Kieler Oberbürgermeister dies nun endlich auch eingesehen habe, andererseits sei es „sehr bedauerlich, dass SPD und Grüne viel zu lange so starrsinnig an ihrem Prestigeprojekt festgehalten haben“. Dadurch sei unnötig viel Zeit und Geld verschwendet worden, um sinnvolle Alternativen zu prüfen und zu planen.

Vogt: „Rot-grüne Luftschlösser bringen uns nicht weiter.“

Wolfram Hammer

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