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Norddeutschland So steht es um Gewalt an Schulen
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18:24 09.12.2019
Gewalt an Schulen (Symbolbild): In Schleswig-Holstein wurden im Schuljahr 2018/19 allein 585 geahndete Fälle erfasst. Quelle: Oliver Berg/dpa
Kiel

An Schleswig-Holsteins Schulen ist es im Schuljahr 2018/19 zu 585 Gewaltvorfällen gekommen – zumindest wurden so viele geahndet und in der neuen Datenbank Gemon erfasst. Am Montag legte CDU-Bildungsministerin Karin Prien die erste Bilanz dazu vor.

In der Datenbank werden alle Gewaltvorfälle erfasst, in deren Folge Schüler zeitweise vom Unterricht ausgeschlossen worden sind oder ein Hausverbot etwa gegen Eltern erlassen wurde. Zuletzt war es etwa an der Grundschule in Süsel in Ostholstein zu solchen Taten gekommen. Seit August 2018 sind alle allgemein- und berufsbildenden Schulen verpflichtet, solche Vorfälle zu melden. Das sind derzeit 795 Schulen mit 368 097 Schülerinnen und Schülern und 28 633 Lehrkräften.

Auch Eltern wurden zu Tätern

Die 585 Meldungen stammten von 149 Schulen. Vier Schulen im Land sind besonders betroffen, haben jeweils 51, 33, 31 und 26 Fälle gemeldet. 117 Schulen meldeten nur ein bis vier Fälle. 555 Taten (95 Prozent) wurden von Schülerinnen und Schülern begangen, fünf von Eltern, eine Tat von einer Lehrkraft und 21 Taten von sogenannten „sonstigen Personen“. Somit wurden laut Datenbank-Kriterien 0,15 Prozent aller Schüler zu „Tätern“.

43,4 Prozent aller Fälle wurden von den Schulen als Körperverletzungen eingestuft, 19,0 Prozent als psychische Gewalt, 7,1 Prozent als Mobbing, 4,8 Prozent als Drohung über soziale Medien, 2,1 Prozent als Diebstahl oder Raub und 1,6 Prozent als Sexualdelikte. In 54 Fällen (9,2 Prozent) wurden Waffen wie Messer oder Schreckschusswaffen eingesetzt. In 21,7 Prozent aller Fälle wurde von der Schule die Polizei eingeschaltet, in 12,7 Prozent zudem Strafanzeige erstattet.

72,5 Prozent aller Meldungen von Gemeinschaftsschulen

Auffällig ist die hohe Belastung der Gemeinschaftsschulen. Sie werden von 25,9 Prozent der Schüler besucht, meldeten aber 72,5 Prozent aller Gewaltvorfälle. Die Berufsschulen meldeten 3,4 Prozent, die Förderschulen 4,6, die Gymnasien 5,1 und die Grundschulen 14,4 Prozent der Fälle.

492 oder 84,1 Prozent aller Taten wurden von Jungen – vor allem in den Klasse 5 bis 9 –, 62 oder 10,6 Prozent von Mädchen verübt. 17,9 Prozent aller Täterinnen und Täter waren DaZ-Schüler, sind also Kinder und Jugendliche nichtdeutscher Muttersprache, die gerade eine Sprachausbildung erhalten. Ihr Anteil an der Schülerschaft insgesamt liegt dabei nur bei 7,4 Prozent.

Stormarn meldet besonders wenige Vorfälle

Die regionalen Unterschiede bei den Gewalt-Meldungen sind groß. Aus Kiel stammen zum Beispiel 21,9 Prozent der Meldungen, obwohl dort nur neun Prozent aller Schüler zur Schule gehen. Auch im Kreis Segeberg ist die Quote mit 8,6 Prozent bei 3,6 Prozent aller Schüler hoch. Niedrig ist sie hingegen zum Beispiel im Kreis Stormarn mit 1,2 Prozent aller Meldungen bei 8,4 Prozent aller Schüler.

Die Daten könnten allerdings ohnehin keinen vollständigen Überblick über Gewaltvorfälle liefern, heißt es aus dem Ministerium. Das liege unter anderem daran, dass der Umgang von Schulen mit Gewaltvorfällen unterschiedlich sei. So gebe es zum Beispiel Schulen mit einer „Null-Toleranz-Politik“, an denen das Meldeaufkommen entsprechend hoch sei.

Gewalt an Grundschule in Süsel

Von Wolfram Hammer

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