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Norddeutschland Kind am Strand verloren? DLRG vergibt Armbänder
Nachrichten Norddeutschland Kind am Strand verloren? DLRG vergibt Armbänder
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06:00 14.07.2019
Dilara-Zeynep Karaoglu (16) von der DLRG legt Johann (11) ein Sucharmband mit einer Nummer um. Auf der Wachstation werden zu dieser Nummer die Daten seiner Eltern hinterlegt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Travemünde/Pelzerhaken

Endlich Ferien! Die Eltern entspannen sich im Strandkorb, das Kind spielt gedankenverloren im Sand. Dann braucht es plötzlich Wasser für die Sandburg, läuft mit dem Eimer runter ans Meer – und entdeckt diese wunderbaren Muscheln. Und ein Stückchen weiter links noch welche . . . Schnell ist es dann passiert, dass die Kinder aus dem Blickfeld der Eltern verschwinden – und plötzlich nicht mehr wissen, wo noch gleich der Strandkorb der Familie stand. Ein großer Schreckmoment – für Kinder und Eltern gleichermaßen.

DLRG hinterlegt Daten der Eltern

Für schnelle Hilfe in solchen Fällen soll ein blaues Armband aus Silikon sorgen. Das können sich Eltern an jeder DLRG-Wachstation kostenlos abholen und ihren Kindern umlegen. In der Innenseite ist eine Nummer vermerkt, unter der die Rettungsschwimmer auf einer Liste die wichtigsten Daten der Eltern vermerken: Name, Mobilfunk- oder Strandkorbnummer, Name des Kindes, Aufenthaltszeitraum. Sobald ein Kind dann seine Eltern am Strand nicht mehr findet, kann es sich bei der Wachstation melden, die Retter benachrichtigen dann die Eltern. Das spart Sorgen – und der DLRG Arbeit.

Täglich Suchaktionen an den Stränden

Denn dass ein Kind am Strand verloren geht, kommt gar nicht selten vor: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Rettungsschwimmer an Ost- und Nordsee gut 900 vermisste Kinder und Eltern, die wieder zusammengeführt werden mussten. „Das heißt, dass es in der Saison fast an jedem Tag an jedem Strand zu einem solchen Fall kommt“, sagt Thies O. Wolfhagen, DLRG-Landesgeschäftsführer in Schleswig-Holstein.

Die Armbänder wurden im vergangenen Jahr 900 Mal tatsächlich benötigt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Manchmal kommen die Kinder zwar auch von sich aus zur DLRG-Station und bitten um Hilfe. Manchmal folgen aber auch größere Suchaktionen. „Je voller die Strände sind, desto unübersichtlicher wird es für die Kinder“, sagt er. Dann sehe irgendwann alles gleich aus.

Armbänder in Travemünde stark nachgefragt

„Jedes Jahr werden in Schleswig-Holstein knapp 10 000 dieser Armbänder vergeben“, sagt Wolfhagen. Das blaue, dehnbare Armband ist aus Silikon und in zwei Größen erhältlich. Auch in Travemünde wird das Armband gut nachgefragt. „Wir kommen mit dem Bestellen kaum hinterher“, sagt Kai Kreutzmann, Ressortleiter für den Wasserrettungsdienst. Einige Eltern kämen direkt zur Wachstation und fragten gezielt nach dem Band, die Ehrenamtlichen weisen am Strand aber auch Familien direkt auf das Angebot hin, und die Strandkorbvermieter sind ebenfalls mit im Boot. Etwa 800 Armbänder hat die DLRG in der vergangenen Saison in Travemünde vergeben.

Kinder mit der Sonne suchen

Kindersuchen sind auch in Travemünde in jeder Saison immer wieder ein Thema. In 2018 waren es insgesamt 102, in dieser Saison bereits acht. „Zum Glück passiert in der Regel in solchen Situationen ja nichts Dramatisches“, sagt Wolfhagen. Allerdings bedeuten Suchaktionen immer viel Aufregung und Arbeit für die Kollegen.

Auch am Strand von Pelzerhaken kommt das immer wieder vor, auch hier kann man sich die Bändchen bei der DLRG abholen. Retter Enno Lohmeier empfiehlt Familien, die einen Tag am Strand verbringen, ohnehin, mit den Kindern einfach mal in der Station vorbeizukommen und „guten Tag“ zu sagen, damit sie wissen, an wen sie sich im Notfall wenden können. Und eine interessante Info hat er für Eltern auch noch parat: Wenn sich Kinder am Strand entfernen, gehen sie meist mit der Sonne im Rücken.

Christina Schönfeld

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