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Norddeutschland Kinderpornografische Dateien mit Emojis verschickt – Vier Verdächtige aus dem Norden
Nachrichten Norddeutschland Kinderpornografische Dateien mit Emojis verschickt – Vier Verdächtige aus dem Norden
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17:05 26.10.2019
Schüler und junge Erwachsene teilen Videodateien in sozialen Netzwerken, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigen – versehen mit vermeintlich witzigen Texten. Quelle: dpa/Montage RND
Wiesbaden

Sie sollen in sozialen Netzwerken Videos geteilt haben, die teils schwere sexuelle Gewalt gegen Kinder zeigen: Nach einer Razzia in elf Bundesländern wird gegen 21 Verdächtige ermittelt. Die Beschuldigten sind zwischen 14 und 26 Jahre alt. Sie hätten wohl aus einer Art Laune heraus die Videos geteilt und verbreitet und sich damit strafbar gemacht, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaf Frankfurt, Alexander Badle, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. In dem Verfahren gehe es auch um Prävention. Es sei kein großer Pädophilen-Ring gesprengt worden.

Die Generalstaatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt (BKA) hätten in den vergangenen Monaten häufiger beobachtet, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene einzelne Videodateien mit eindeutigen kinderpornografischen Inhalten in sozialen Netzwerken teilten, heißt es in einer Mitteilung der Ermittlungsbehörden vom Samstag. „Die Inhalte der Aufnahmen werden hierbei häufig bagatellisiert und zum Teil mit als lustig empfundenen Texten und Emojis versehen.“

Vergewaltigungsvideo verbreitet

Einige der Aufnahmen seien durch sogenannte Cybergrooming-Übergriffe entstanden. So wird die Vorbereitung eines sexuellen Missbrauchs von Kindern durch die Annäherung an das Opfer, etwa in Chats, bezeichnet. „Die Persönlichkeitsrechte der Opfer werden durch die vielfache Verbreitung der Aufnahmen in erheblicher Weise verletzt“, warnen die Behörden.

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Auf einer der Videodateien sei die Vergewaltigung eines etwa zehn Jahre alten Kindes in einem Steinbruch durch zwei Jugendliche zu sehen, wahrscheinlich in Afghanistan. Bei einer anderen handle es sich um eine wahrscheinlich 2014 entstandene Aufnahme, die zwei amerikanische Kinder bei sexuellen Handlungen zeige und den Ermittlern zufolge durch einen Cybergrooming-Übergriff entstand.

Zwei Verdächtige aus Schleswig-Holstein

Festgenommen wurde bei der Razzia wegen des Verdachts der Dritt-Besitzverschaffung und des Besitzes von kinderpornografischen Dateien niemand. Vier der Verdächtigen kommen aus Hessen, die Durchsuchungen waren in Frankfurt, Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Darmstadt-Dieburg. Ein Verdächtiger stammt aus dem Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz.

Von den anderen sind vier aus Nordrhein-Westfalen, je zwei Tatverdächtige aus Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie je einer aus Bayern, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Einzelheiten wollen die Ermittler am Montag (11.00 Uhr) im BKA in Wiesbaden bekannt geben.

Die bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft angesiedelte Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) war maßgeblich an den Ermittlungen beteiligt. Sie ist erster Ansprechpartner des BKA für Internetstraftaten bei noch ungeklärter Zuständigkeit in Deutschland und bei Massenverfahren.

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Von dpa/RND

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