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Norddeutschland Kirche für Integration, gegen Abschiebung
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23:10 01.11.2016
Kiel

Die evangelische Kirche im Norden macht sich für eine liberalere Flüchtlingspolitik stark. Eine Woche vor dem zweiten Flüchtlingsgipfel der Landesregierung in Lübeck forderten Bischof Gothart Magaard und Diakonie-Landespastor Heiko Naß gestern einen einfacheren Familiennachzug, ein Bleiberecht für junge Flüchtlinge mit Aussicht auf Ausbildung und den Verzicht auf Zwangs-Abschiebungen.

Vor allem Flüchtlinge aus Syrien würden oft nur noch subsidiären Schutz bekommen, dürften dann zwei Jahre lang keine Angehörigen nachholen, kritisierte Naß. Die große Sorge um die Familie im Kriegsgebiet behindere aber die Integration hier. Schuld seien die Asylrechtsverschärfungen der vergangenen Monate. SPD-Innenminister Stefan Studt solle bei der Innenministerkonferenz auf Änderungen drängen. Wie wackelig die schärferen Bundesregelungen seien, zeige sich ja auch daran, dass immer mehr Flüchtlinge ihr Asyl einklagten. In 80 Prozent der Fälle hätten sie dabei vor den Verwaltungsgerichten recht bekommen. Außerdem müsse es mehr Sprachkurse geben, auch wieder für Flüchtlinge aus Afghanistan, fordert Magaard. Jugendliche unbegleitete Flüchtlinge müssten zudem Hilfe und Unterstützung sowie einen garantierten Schulbesuch auch über das 18. Lebensjahr hinaus zugesichert bekommen. Das sei derzeit im Land uneinheitlich geregelt. Die Ausländerbehörden bräuchten mehr Personal, um Verfahrensdauern zu verkürzen.

170 Kirchengemeinden im Land sind derzeit in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Die Diakonie will dem Land zudem anbieten, die freiwillige Rückkehrberatung für Flüchtlinge auszubauen. „Dabei soll ausreisepflichtigen Menschen geholfen werden, Perspektiven für eine Existenz in ihrer Heimat zu finden“, sagt Naß. Das sei wirksamer und für die Betroffenen nachhaltiger. „Zwangsweise Abschiebungen lehnen wir ab“, sagt Naß. Die Erfahrungen damit seien schlecht. Die Abschiebehaftanstalt in Rendsburg sei vom Land aus gutem Grund geschlossen worden.

wh

Statt 1100 soll es künftig nur noch 170 Verwaltungseinheiten im Land geben.

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