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Norddeutschland Klägerin wusste von Dieselabgas-Skandal: Kein Schadenersatz
Nachrichten Norddeutschland Klägerin wusste von Dieselabgas-Skandal: Kein Schadenersatz
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16:59 14.11.2019
Vor vier Jahren kam der Abgas-Skandal an die Öffentlichkeit. Mehr als zwei Millionen deutsche Fahrzeuge sind betroffen. Noch immer klagen Autofahrer gegen den Automobilkonzern. Quelle: dpa
Lübeck

Eine Frau ist jetzt mit einer Klage gegen Volkswagen vor dem Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht gescheitert. Sie verlangte Schadensersatz, weil in ihrem gebraucht gekauften Pkw ein Motor verbaut ist, der vom Dieselabgas-Skandal betroffen war.

Das Gericht hat die Klage auf Schadensersatz abgelehnt, da die Klägerin bereits vor dem Kauf des Autos vom „Diesel-Abgasskandal“ wusste. Zuvor hatte das Landgericht Kiel die Klage abgewiesen.

Klägerin hat beim Kauf von illegaler Software erfahren

Bei dem Auto der Klägerin handelt es sich um einen Pkw der Marke Skoda, den sie Ende 2016 gebraucht kaufte. Wenige Monate zuvor habe das Auto laut Verkäufer ein Software-Update erhalten, um die unzulässige Abschaltvorrichtung zu entfernen. Das soll die Frau beim Kauf des Wagens gewusst haben.

Laut Schleswig-Holsteinischem Oberlandesgericht beruhte damit die Kaufentscheidung auf dem freien Willen der Klägerin. Sie sei durch den Beschuldigten nicht getäuscht worden und habe keinen Anspruch auf Schadensersatz (Az. 9 U 120/19).

Landgericht Lübeck verurteilt Volkswagen in einem anderen Fall

Unterdessen hat das Landgericht Lübeck Volkswagen zur Rücknahme eines VW Touaregs verurteilt. Auch in diesem Fahrzeug war der durch den Dieselabgas-Skandal betroffene Motor verbaut und eine unzulässige Abschalteinrichtung enthalten.

Mehr zum Thema: Lübeckerin siegt auf ganzer Linie gegen VW

Das Landgericht Lübeck sah es als erwiesen an, dass Volkswagen den Kläger täuschte, um Kosten zu senken und rechtliche sowie technische Probleme der Abgasreinigung zu umgehen. Der Rechtsanwalt des Klägers, Marco Rogert, begrüßte die Entscheidung des Gerichts, denn es habe sich in diesem Fall klar auf die Seite des Verbrauchers gestellt (Az. 4 O 195/18).

Die illegale Software der Baureihe EA 189

Bei den betroffenen Motoren-Typ handelt es sich um die Baureihe EA 189. In Motoren dieser Art ist eine illegale Software verbaut, die erkennt, ob ein Wagen auf dem Prüfstand steht und auch nur dann die Abgasgrenzwerte einhält. Im normalen Verkehr auf der Straße ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher.

Vier Jahre ist es her, dass der Dieselabgas-Skandal an die Öffentlichkeit gelangt ist. Weltweit sind davon mindestens elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die meisten davon fahren in Europa, darunter mehr als zwei Millionen in Deutschland.

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Von fbo

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