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Norddeutschland Mitglieder-Boom bei Grünen und Umweltverbänden
Nachrichten Norddeutschland Mitglieder-Boom bei Grünen und Umweltverbänden
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18:25 24.09.2019
Zwei neue Grünen-Mitglieder: Silke und Uwe Heyer (Mitte) traten gestern ein. Insgesamt zählen Landesvorsitzende Ann-Kathrin Tranziska (l.) und ihr Kompagnon Steffen Regis (r.) jetzt 4000 Grüne im Land. Quelle: Grüne SH
Kiel

„Fridays-for-Future“-Demonstrationen allerorten, immer neue Klima-Debatten: Das Thema Erderwärmung bewegt viele Menschen – und bringt einige offenbar auch dazu, bei den Grünen einzutreten. Während die Mitgliederzahlen der anderen Parteien im Norden bestenfalls stagnieren, feiert die Öko-Partei einen neuen Mitgliederrekord.

Mitglied 3999 und 4000 kommen aus Ratzeburg

4000 Mitglieder zählen die Grünen derzeit in Schleswig-Holstein. Mitglied 3999 und 4000 wurden am Dienstag im Fraktionsbüro der Partei im Kieler Landtag begrüßt. Es sind Silke und Uwe Heyer aus Ratzeburg. Im Oktober 2018 meldeten die Grünen im Norden erst 3177 Mitglieder.

Auch die Umweltverbände vermelden ein gestiegenes Interesse. Der Naturschutzbund Nabu etwa meldet in Schleswig-Holstein derzeit über 21 000 Mitglieder. Das dürfte allerdings nicht nur mit dem Boom der Öko-Themen zu tun haben, räumt Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski ein. „Wir lassen auch professionell werben“, an Infoständen und mit Haustürkampagnen zum Beispiel. „Dadurch wachsen wir schon länger kontinuierlich“, sagt der Nabu-Mann. Die Werber allerdings würden tatsächlich melden, dass die Bereitschaft einzutreten gewachsen sei. Auch Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND, meldet alleine für 2018 mehr als 1600 Neueintritte. Damit habe man jetzt gut 12 400 Mitglieder im Norden.

BUND: Grünen-Umweltpolitik im Land ist eine Enttäuschung

Eggers gießt aufgrund dieser Zahlen allerdings Wasser in den Wein der Grünen: „Dass die Zahlen bei den beiden großen Umweltverbänden im Land noch deutlich stärker wachsen als bei den Grünen, zeigt, dass Menschen, denen der Naturschutz wirklich am Herzen liegt, den Parteien dabei nicht mehr viel zutrauen.“ Und das gelte im Norden auch für die Grünen. Ihre Arbeit in der Kieler Jamaika-Koalition sei eine einzige Enttäuschung. Ihre Vertreter hätten bereits zu Beginn der Regierungszeit angekündigt, dass man bis 2022 nur den Stand des Naturschutzes halten wolle, in dem Bündnis aber keine Möglichkeit für Verbesserungen sehe.

CDU hat noch knapp über 19 000 Mitglieder

Bei der Landes-CDU sind die Mitgliederzahlen zuletzt wieder etwas gesunken. Zum Stichtag 31. August halten noch 19 062 Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner der Union die Treue. Zum 31. Dezember 2018 waren es 19 494, 2017 19 650 Mitglieder. Das ist immerhin eine Steigerung zum Jahresende 2016. Da gab es nur noch 19 485 Christdemokraten im Land.

Die Trendwende habe man nach der gewonnenen Landtagswahl 2017 geschafft und im Februar 2018 sogar wieder kurz die 20 000-er-Marke durchbrochen, sagt CDU-Sprecher Max Schmachtenberg. Austritte gebe es zwar wenige, aber viele Todesfälle.

SPD gewinnt mit Mitgliederbefragungen

Nicht viel anders sieht es bei der SPD aus. Allerdings habe es durch die anstehende Mitgliederbefragung zur Besetzung der SPD-Bundesspitze allein seit dem 1. Juli fast 140 Neueintritte gegeben, sagt Landesgeschäftsführer Götz Borchert. Damit habe die Partei in Schleswig-Holstein jetzt 16 838 Mitglieder. Zum 31. Dezember 2018 seien es 17 314 gewesen, 2017 noch 17 451, 2016 aber nur 16 911.

„Generell stellen wir fest, dass viele neue Mitglieder zu uns stoßen, wenn es ganz konkret etwas zu entscheiden gibt“, sagt Borchert. So sei es auch schon bei den Mitgliedervoten zu den Koalitionsverträgen der GroKo und beim „Schulz-Zug“ 2017 gewesen. Auch bei der SPD ziehe aber ein hohes Durchschnittsalter „merkbare Verluste von älteren Mitgliedern nach sich, die wir sehr bedauern“.

Der SSW schrumpft, die FDP hat sich wieder gefangen

Deutlich geschrumpft ist in den letzten Jahren die Mitgliedschaft des Südschleswigschen Wählerverbandes SSW, der Partei der dänischen Minderheit. Die Mitgliederzahl sank von 3630 Ende 2014 über 3421 Mitglieder 2018 auf nun 3293 Mitglieder, sagt Sprecher Per Dittrich. 2009 hatte die Zahl bei 3514 gelegen.

Die FDP im Norden hatte Ende 2009 noch 2677 Mitglieder. Bis Ende 2014 brach die Zahl dann auf 2072 ein. Ende 2018 hatte sie sich auf 2652 erholt. Zum Stichtag 23. September verzeichnen die Liberalen im Land 2655 Mitglieder. Man habe offenbar Vertrauen zurückerobert, sagt Landeschef Heiner Garg.

Parteien und ihre Jugendorganisationen: Ab 14 Jahren kann man Mitglied werden

Nicht nur demonstrieren, sondern sich auch in einer Partei engagieren: Das liegt offenbar wieder im Trend, bei Grünen-Anhängern allemal. Schon Jugendliche können in Deutschland Mitglied einer Partei werden. In die SPD zum Beispiel kann man schon mit 14 Jahren eintreten, in die CDU mit 16. In der Regel haben Parteien auch eine eigene Jugendorganisation, die Jugendliche in jedem Fall ab 14 Jahren aufnimmt. Bei der SPD etwa sind das die Jungsozialisten (Jusos), bei der CDU ist es die Junge Union (JU), bei den Grünen die Grüne Jugend und bei der FDP sind es die Jungen Liberalen (Julis).

Von Wolfram Hammer

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