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Norddeutschland Koalition plant Semesterticket
Nachrichten Norddeutschland Koalition plant Semesterticket
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18:10 31.03.2018
Kiel

Die verbindliche Fahrkarte soll zunächst 99 Euro im Semester (halbes Jahr) kosten und den ÖPNV in Hamburg einschließen. „Damit wird der Universitätsstandort Schleswig-Holstein attraktiver“, sagte der CDU-Verkehrspolitiker Lukas Kilian. Mit dem Semesterticket habe Jamaika in weniger als einem Jahr etwas auf die Beine gestellt, was die SPD-geführte Vorgängerregierung in fünf Jahren nicht geschafft habe.

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Lukas Kilian.

„Wir Grüne haben lange für das Semesterticket gekämpft“, ergänzte der Abgeordnete Andreas Tietze. „Das Ticket ist eines der wichtigsten politischen Projekte in dieser Legislaturperiode.“ Ein Gewinner sei die Umwelt. Der FDP-Verkehrspolitiker Kay Richert nannte das Semesterticket „ein tolles Angebot“ für die Studierenden. „Wir sollten uns jetzt auch Gedanken über ein Job-Ticket für alle Beschäftigten in Schleswig-Holstein machen.“

Nach ihrem Ticket-Beschluss will die Jamaika-Koalition im April im Landtag die Regierung auffordern, ein Konzept vorzulegen und umzusetzen. Dem Vernehmen nach ist das Land zu einer Anschubfinanzierung von bis zu neun Millionen Euro bereit. In den Folgejahren könnten die Ticketkosten um bis zu 40 oder 50 Euro pro Semester steigen. Grund: Die Verkehrsunternehmen wollen auf ihre Kosten kommen. Sie müssen das Ticket ebenso absegnen wie die Studentenvertretungen der Hochschulen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Heide.

Die Jamaika-Politiker gehen davon aus, dass sich das Zwangsticket für Studierende in wenigen Wochen auszahlt, obwohl die Kosten für bereits laufende lokale ÖPNV-Karten weiter anfallen. Beispiel Kiel:

Für Uni-Studenten würde die Semestergebühr (120,50 Euro) zunächst auf 219,50 Euro steigen. Davon entfielen wie bisher 53 Euro auf das Studentenwerk, zehn Euro auf den Asta und 57,50 Euro auf das Kiel-Ticket. Hinzu kämen die 99 Euro für das Semesterticket.

Im Bundesvergleich ist Schleswig-Holstein spät am Start. Studenten der Hamburger Uni dürfen den Hamburger Verkehrsverbund für rund 170 Euro im Semester nutzen. In Berlin sind Studierende mit rund 200 Euro dabei. Auch in einigen Flächenländern gehört ein Semesterticket längst zum Hochschulalltag. In Frankfurt zahlt der akademische Nachwuchs für eine Hessen-Karte 216 Euro, in Hannover sind es 228 Euro für Bus und Bahn in Niedersachsen. Ein NRW-Ticket schlägt mit knapp 170 Euro zu Buche.

LN