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Norddeutschland Kriminalität im Norden auf niedrigstem Stand seit 1980
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10:56 08.03.2013
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Kiel

Schleswig-Holstein sei insgesamt ein sicheres Land. In allen Deliktfeldern habe die Polizei im vorigen Jahr Rückgänge verzeichnet. Es gebe aber keinen Grund, sich zurückzulehnen, sagte der Minister.

Breitner schreibt den Rückgang der Straftaten auch nicht der Politik zu: Er wolle weg vom Ritual, dass die Opposition wachsende Kriminalität immer der Regierung anlastet und diese sinkende Zahlen als ihren Erfolg preist. „Kriminalitätsstatistiken sind nicht der Amboss für politische Hau-drauf-Rhetorik“, sagte der Minister. „Die Landespolizei macht einen richtig guten Job.“

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2012 entfielen rechnerisch 7468 Straftaten auf 100 000 Einwohner, 2011 waren es noch 7751. Mit der Verbesserung der sogenannten Häufigkeitszahl arbeitet sich der Norden im Ländervergleich langsam von unten in Richtung Mittelfeld. Unter den insgesamt 72 920 Tatverdächtigen - 3,2 Prozent weniger als 2011 - waren 11 803 Ausländer - das entspricht einem Anteil von 16,2 Prozent. Fast jede zweite Straftat wurde aufgeklärt; bei der Gewaltkriminalität betrug die Quote 75 Prozent, bei Diebstahl nur rund 20 Prozent. Gelegenheitsdiebe seien besonders schwer zu fassen, sagte Breitner.

Bei Diebstahl, Sexualdelikten, Gewalttaten, Umwelt-, Wirtschafts- und Rauschgiftkriminalität sanken die Fallzahlen im vergangenen Jahr. Es gab 26 Drogentote, 9 weniger als 2011. Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl gab es dagegen einen Zuwachs auf fast 7700 Fälle. Hier setzt die Polizei einen Schwerpunkt, ebenso wie beim Kampf gegen kriminelle Rocker. Dass die Rockerkriminalität im Ländervergleich eher unauffällig sei, habe auch mit dem erheblichen Verfolgungsdruck zu tun, sagte der stellvertretende LKA-Chef Ralf Höhs. Es gebe überhaupt keinen Grund, an der Null-Toleranz-Strategie etwas zu ändern, sagte Innenminister Breitner.

Eine verhalten positive Entwicklung gebe es bei der Jugendkriminalität. 18 000 junge Leute unter 21 Jahren und damit 1600 weniger als 2011 wurden von der Polizei als Tatverdächtige gezählt. Das entspricht einem Anteil von 24,7 Prozent. Junge Leute begehen ihre Taten häufig unter Alkoholeinfluss. „Die Polizei wird auch in der Zukunft mit einer Mischung aus Prävention und Repression gegen Jugendkriminalität vorgehen“, kündigte der Minister an.

Breitner betonte, als Grundlage für die Berechnung des Personalbestandes der Polizei sei die Statistik ungeeignet. „2014 werden wir kein Personal bei der Landespolizei abbauen können. Da bin ich mir mit der Finanzministerin auch einig.“

dpa

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