Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Kulturgut Hasselburg präsentiert Musical über Mona Lisa
Nachrichten Norddeutschland Kulturgut Hasselburg präsentiert Musical über Mona Lisa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:43 16.07.2019
Mona Lisa alias Noraleen Amhausend hängt eigentlich im Louvre an der Wand. doch im gleichnamigen Muscial wird das Gemälde lebendig.  Quelle: Foto: S. Hassink
Anzeige
Altenkrempe

Goldene Verzierungen glitzern an der Decke des Louvres, während ein paar Touristen durch die Museumsausstellung schlendern. In der Mitte des Raums hängt das wohl bekannteste Ausstellungsstück der Welt: Leonardo da Vincis Gemälde der Mona Lisa. Die Besucher bewundern die Frau mit ihrem außergewöhnlichen Lächeln.

„Mona Lisaaaa, so wunderschön“ beginnen sie zu singen. „Mona Lisaaaa, vor ihr zu steh’n“. Plötzlich bewegt sich das Bild. Mona Lisa wird lebendig, tritt aus ihrem Rahmen, tanzt und dreht sich zu poppiger Musical-Musik zwischen den Touristen hindurch.

Anzeige

„Sehr gut“, ruft Regisseurin Sandra Keck und unterbricht die Szene. Gerade hat ihr Ensemble die Einstiegsszene des Musicals „Mona Lisa“ auf dem Kulturgut Hasselburg geprobt. Keck lächelt zufrieden – die Szene sitzt. Fünfeinhalb Wochen haben die Schauspieler um Mona Lisa (Noraleen Amhausend) geprobt, um am Freitag, 19. Juli, Premiere zu feiern. Es ist die fünfte Inszenierung auf dem Kulturgut.

Wissenschaftlerin Kylie untersucht die Mona Lisa

In dem Musical, das von Ulrike Stern geschrieben und von Constantin Stahlberg komponiert wurde, geht es um die amerikanische Wissenschaftlerin Kylie (Janina Keppel). Die junge, moderne Frau ist nach Frankreich gereist, um da Vincis Mona Lisa zu untersuchen. Im Louvre trifft sie auf den Museumswärter Simon (Valentino Karl), der von der Wissenschaft nichts hält.

Die Schauspieler Melanie Kastaun (v.l.), Janina Keppel und Bastian Kohn sind von dem Musical „Mona Lisa“ begeistert. Quelle: Saskia Hassink

Die beiden geraten aneinander: Während Kylie – ganz die Wissenschaftlerin – das Bild mit aller Technik untersucht, rät ihr Simon, lieber auf ihr Herz zu hören. „Am Ende gibt es eine große Überraschung für Kylie“, sagt Janina Keppel, die die Wissenschaftlerin spielt. „Sie wandelt sich sehr krass.“

Weitere Beiträge aus der Sommerredaktion

Eine Auswahl an Beiträgen aus der Sommerredaktion, die Ihnen gefallen könnten.

Alte Sprache voll im Trend: Dieser Ferienort schnackt Platt

Kostenlose Konzerte bis August: Die Boogie-, Blues- und Folknächte in Hohwacht

Hawaii des Nordens: Timmendorfer Strand lockt Besucher mit neuer Strandbar im Tiki-Style

Wanderkino an der Ostsee: Am Strand oder im Stadtpark alte Stummfilme sehen

Der Norden per Rad: Tour von Travemünde über den Priwall bis nach Mecklenburg

Alle Beiträge aus der Sommerredaktion lesen Sie hier.

Zeitreise zu da Vinci in die Renaissance

In diesen Erzählstrang wurde eine weitere Geschichte eingebettet. „Das Stück ist zweigeteilt“, erklärt Keck. „Ein Teil spielt im 15. Jahrhundert und der andere Teil in der Moderne.“ Immer wieder reist das Publikum zurück in die Renaissance und trifft dort auf den Erfinder und Künstler Leonardo da Vinci (Oliver Hoß). Mit diesen Sprüngen versuchen Regisseurin Keck und Komponist Stahlberg die Beziehung zwischen dem 15. Jahrhundert und der heutigen Zeit deutlich zu machen.

„Die Renaissance war eine Umbruchzeit“, erklärt Stahlberg. „Auch wir leben heute in Zeiten des Umbruchs.“ Dem Genie, das seiner Zeit immer einen Schritt voraus war, wird die junge Wissenschaftlerin Kylie gegenüber gestellt. „Alle beide sind neugierig, aber Kylie kann viel von da Vinci lernen“, erklärt Stahlberg.

Ausstellung und Musical über da Vinci

Vor 500 Jahren starb Leonardo da Vinci. Das hat das Kulturgut Hasselburg zum Anlass genommen, sich mit dem Genie intensiv zu befassen. So steht beispielsweise die Brückenkonstruktion da Vincis, die ganz ohne Nägel hält, am Eingang des Guts. Außerdem beschäftigt sich eine Ausstellung mit den wichtigsten Themen da Vincis. Das ist unter anderem das Lächeln, das der Künstler bei seiner Mona Lisa perfektionierte, oder Hände, die er angeblich nur schwer zeichnen konnte.

Bei der Premiere am Freitag, 19. Juli, verwandelt sich der Innenhof in den Vorplatz des Louvres. Dazu sollen unter anderem ein Akkordeonspieler und eine Karikaturisten für echten Pariser Charme sorgen. Weitere Vorstellungen gibt es am Wochenende, 20. und 21. Juli, vom 25. bis 28. Juli sowie vom 9. bis 11. August. Die Abendkasse ist ab 17 Uhr geöffnet, Beginn ist um 18 Uhr.

Tickets gibt es ab 15 Euro. Weitere Infos unter www.hasselburg.de

Regisseurin Sandra Keck und Komponist Constantin Stahlberg stehen im Innenhof des Kulturguts Hasselburg. Bei der Premiere des Musicals "Mona Lisa" verwandelt er sich zum Vorplatz des Louvres in Paris. Quelle: Saskia Hassink

Wer war da Vincis Mona Lisa wirklich?

Auch in der Musik hat der Komponist versucht, diese Beziehung mit aufzunehmen. „Ich habe mir auch Musik aus der Renaissance angehört“, sagt Stahlberg. „Aber es ist trotzdem richtige Musical-Musik.“ Und die ist poppig: Wie der Titelsong „Mona Lisa“, den die Schauspieler in der eben erprobten Einstiegszene auf die Bühne gebracht haben.

Das größte Geheimnis des Musicals bleibt aber um die Person der Mona Lisa. Zwar spricht das Gemälde mit Museumswärter Simon, aber ist sie wirklich real? Und wen hat da Vinci überhaupt auf die Leinwand gemalt? Zahlreiche Theorien sind mit der Zeit um die Figur gewachsen. Ist auf dem Bild wirklich Lisa del Giocondo, die Frau eines Tuchhändlers, zu sehen? Vielleicht ist es die Geliebte oder sogar der Geliebte da Vincis? „Mona Lisa ist der Schlüssel, der die Zeiten miteinander verbindet“, erklärt Schauspielerin Keppel. „Das Bild gibt sehr viel Raum für Interpretationen.“ Und so rätseln auch die Darsteller im Musical: Wer war Mona Lisa wirklich?

Saskia Hassink