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Norddeutschland Kunstmäzen Christian Dräger erhält James-Simon-Preis
Nachrichten Norddeutschland Kunstmäzen Christian Dräger erhält James-Simon-Preis
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19:19 11.03.2019
Ein kurzer Plausch vor der Büste des Namensgebers des James-Simon-Preises: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) mit Christian und Gertrud Dräger. Quelle: Reinhard Zweigler
Berlin/Lübeck

Christian Dräger habe sich immer wieder „mit leisen Tönen, aber großem persönlichen Einsatz“ als Privatmann, aber auch Vorsitzender der Dräger-Stiftung und des Diakonischen Werkes engagiert, sagte Steinmeier bei der Preisverleihung. Der Bundespräsident erinnerte auch daran, dass Drägers Begeisterung für die Kunst – eine „Gegenwelt zur beruflichen Arbeit“, „Spaziergänge für die Augen“ – einst durch dessen Onkel Wolf Stubbe, den Leiter des Hamburger Kupferstichkabinetts, geweckt wurde.

Unternehmer sammelt seit 60 Jahren Kunst

Seit fast 60 Jahren sammelt der Unternehmer vor allem Handzeichnungen der Goethe-Zeit und der Romantik, Biedermeiertassen und fördert zudem viele Kultureinrichtungen in und um Lübeck durch Schenkungen, Förderung und Dauerleihgaben. Steinmeier lobte den Lübecker: „Sie stehen stellvertretend für die Menschen in unserem Land, die – anders als die meisten anderen – ihr Vermögen sinnvoll für das Gemeinwohl einsetzen, mit großer Leidenschaft und vielen guten Ideen.“

Eine Rückkehr zu den Wurzeln

Für Christian Dräger war die Ehrung in Berlin zugleich „ein bisschen Rückkehr“ zu seinen Wurzeln, wie er den LN sagte. Er erinnerte sich daran, wie er als Sechsjähriger mit seinem Vater das Hohenzollernschloss unweit des Bode-Museums besucht hatte.

Und freimütig gestand er, dass er als Junge mit Altersgefährten seinerzeit den nicht ungefährlichen „Sport“ des Springens aus der fahrenden S-Bahn ausgeübt hatte. Erst 50 Jahre später habe er erfahren, dass der fragwürdige Wettbewerb „Peronspringen“ genannt wurde.

Auch Ehefrau Gertrud hat viele Erinnerungen an Berlin. Sie hatte Anfang der 60er Jahre in der geteilten Stadt Mathematik und Physik studiert.

Der James-Simon-Preis ist benannt nach dem einstigen jüdischen Unternehmer, Weltbürger, Kunstmäzen und engen Gesprächspartner von Kaiser Wilhelm II. Die James-Simon-Stiftung vergab den mit 50 000 Euro dotierten Preis zum sechsten Mal seit 2007. Preisträger Dräger kündigte nach Stiftungsangaben an, das Preisgeld an drei kulturelle und soziale Institutionen in Berlin weiterzugeben.

Portätskizze an Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben

Christian Dräger hat am Montag in Berlin nicht nur den Preis entgegengenommen, sondern zuvor die Porträtskizze des „Geheimen Oberregierungsrath Knerk“ von Adolph Menzel (1815-1905) an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben.

Dräger hatte das Blatt 1986 im Kunsthandel erworben. Nach Angaben der Stiftung ist unklar, wie es dorthin gelangte. Das Auktionshaus Grisebach, bei dem das Bildnis jetzt versteigert werden sollte, fand Hinweise, dass das Werk vor Kriegsende zum Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin gehört hatte. Das Auktionshaus kontaktierte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Eigentümer überließ daraufhin das Blatt den Berliner Museen.

Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sagte zur Übergabe: „Mit großer Freude habe ich diese wunderbare Skizze entgegennehmen können. Ich danke Christian Dräger sehr für sein Entgegenkommen und seinen Entschluss, das Blatt aus der Versteigerung zurückzuziehen und wieder in die Obhut der Museen zu geben.“

Reinhard Zweigler

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