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Norddeutschland Urteil im Prozess um falsche Polizisten
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13:01 27.02.2019
Foto: Ein 26-Jähriger Betrüger wurde am Mittwoch am Kieler Landgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. 
Ein 26-Jähriger Betrüger wurde am Mittwoch am Kieler Landgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.  Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Kiel

Der 26-Jährige soll mit einer Bande im Frühjahr 2018 in Kiel ältere Menschen um rund 200.000 Euro gebracht haben.

Der 26-Jährige agierte nach Feststellungen des Gerichts im Auftrag von Drahtziehern in der Türkei und schickte falsche Polizisten zu den Senioren, angeblich um ihre Wertsachen in Sicherheit zu bringen. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrug viereinhalb Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von mehr als 200.000 Euro beantragt. Die Verteidigung forderte zwei Jahre auf Bewährung und will Revision prüfen.

Fahndung nach den Hintermännern läuft

Der Angeklagte hat die im März 2018 innerhalb weniger Tage verübten Taten vor Gericht bedauert und sich bei den Opfern entschuldigt, auch bei dem Seniorenpaar, das im Zuschauerraum den ganzen Prozess verfolgte und bei der Urteilsverkündung anwesend war. "Wir hoffen, dass nun auch die Hintermänner gefasst werden", sagten die 71-jährige Frau und ihr 80-jähriger Partner.

Die beiden wurden bei dem Betrug laut Urteil vier Tage lang telefonisch unter Druck gesetzt worden, bis sie bereit waren, aus ihrem Schließfach zwei Goldbarren mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm und zwei wertvolle Goldmünzen im Gesamtwert von rund 93.000 Euro zu holen und den falschen Polizisten auszuhändigen. Das andere Opfer, eine Kieler Unternehmerwitwe, hatte den Tätern nach stundenlangen Telefonaten, die sie in Angst und Schrecken versetzten, Schmuck im Wert von 140.000 Euro übergeben.

Von dpa