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Norddeutschland Lidl will E-Highway auf A 1 bei Lübeck nutzen
Nachrichten Norddeutschland Lidl will E-Highway auf A 1 bei Lübeck nutzen
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07:16 15.11.2019
Noch fahren die Lastwagen auf der Autobahn 1 an den neu installierten Oberleitungssystemen vorbei. Die Ausleger müssen verstärkt werden. Quelle: M
Lübeck

Der Lebensmittelhändler Lidl testet alternative Antriebstechnologien in der Transportlogistik. Neben mit LNG-betriebenen Lkw (Liquified Natural Gas) und E-Lkw sollen nun auch Oberleitungs-Hybrid-Lkw eingesetzt werden. Dabei kooperiert das Unternehmen mit der Spedition Bode aus Reinfeld (Kreis Stormarn). „Waren des Lidl-Warenumschlagplatzes in Reinfeld werden an den Hafen nach Lübeck transportiert, wo diese auf einen elektrisch-betriebenen Zug verladen und nach Schweden gebracht werden“, erklärt Lidl-Sprecherin Sonja Kling.

Zunächst zwei Lkw im Einsatz

Der erste Hybrid-Lkw solle nun Ende des Jahres endlich geliefert werden, ein zweiter werde im April 2020 erwartet, sagt Jan Bachmann von der Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel GmbH, die das Projekt E-Highway leitet. Diese beiden sollen zunächst die rund fünf Kilometer lange Elektro-Autobahn zwischen Reinfeld und dem Kreuz Lübeck im Pendelverkehr nutzen.

Strom aus erneuerbaren Energien

Dabei werden die Hybrid-Lkw, die auch mit einem Diesel-Motor ausgestattet sind, mit Strom aus der Oberleitung versorgt, zugleich können Batterien aufgeladen werden, damit die Laster auch im weiteren Verlauf der Autobahn rein elektrisch fahren können. Der Strom soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen, etwa von Windrädern oder Biogasanlagen aus der Nähe. Die landesweit erste Elektro-Teststrecke für Lkw wird vom Bund finanziert. Der Betrieb wird drei Jahre lang wissenschaftlich begleitet.

Ausleger werden nachts verstärkt

Das 19 Millionen Euro teure Projekt kämpft noch mit Startschwierigkeiten. „In den kommenden Wochen sollen nachts die Ausleger verstärkt werden“, kündigt Bachmann an. Ein vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) beauftragter Gutachter hatte Ende September Verstärkungen an den Auslegern empfohlen. Danach wurden zunächst mechanische Sicherungen installiert. „Diese Provisorien werden jetzt ausgetauscht.“ Die Arbeiten sollen rund zwei Wochen dauern. Nach dem jetzigen Zeitplan soll der Probebetrieb Anfang des Jahres beginnen – ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant.

LNG-Probebetrieb wird ausgeweitet

Die Strecke auf der A 1 ist eine von bundesweit drei Teststrecken, mit denen das Bundesverkehrsministerium die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge untersucht. Bis Ende 2022 sollen bis zu fünf Oberleitungslastwagen der Spedition Bode im Einsatz sein.

Mit LNG-betrieben Lastwagen ist Lidl schon weiter. Auf diese Antriebstechnologie setzt das Unternehmen zusammen mit seinen Spediteuren bereits seit 2018. Der Probebetrieb soll nun erheblich ausgeweitet werden: „Bis Ende 2020 werden wir bis zu 100 LNG-Lkw beim Warentransport einsetzen“, sagt Tomasz Kuzma, Geschäftsleiter Logistik bei Lidl Deutschland. Bisher waren es 30. In Berlin ist zudem ein Elektro-Lkw bei der Filialbelieferung im Einsatz.

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Von Julia Paulat

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