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Norddeutschland „Love Scamming“: Frau verliert 400.000 Euro an Liebesbetrüger
Nachrichten Norddeutschland „Love Scamming“: Frau verliert 400.000 Euro an Liebesbetrüger
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06:33 12.07.2019
Beim Love Scamming kommt es zu einem regen Nachrichtenaustausch, der Betrüger zeigt sich dabei als guter Zuhörer und baut eine Bindung zur Betroffenen auf. Nach ein paar Tagen bringt er ein Problem auf, das nur mit Geld zu lösen ist. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Rostock

Nach dem Aufdecken eines drastischen Falls des sogenannten Love- oder Romance-Scamming hat die Staatsanwaltschaft Rostock vor dem leichtgläubigen Versenden von Geld an unbekannte Internetbekanntschaften gewarnt. Dabei war eine Frau einem Betrüger aufgesessen und hatte ihm rund 400.000 Euro überwiesen.

„Von dem Geld wird sie wohl nie wieder etwas sehen“, sagte Behördensprecher Harald Nowack. Der Fall weise typische Details auf, mit denen meist Frauen betrogen (scammer: Betrüger) werden.

Häufig nehmen die Frauen sogar einen Kredit auf

Hintergrund sei meist, dass sich Frauen – unabhängig vom Alter – etwa nach einer Trennung in einem seelischen Tief befinden. Mit Hilfe von Datingportalen wollten sie sich neu orientieren und geraten an Betrüger. Diese geben üblicherweise vor, im Ausland in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen zu leben und beruflich stark eingespannt zu sein. Dann würden Fotos verschickt, die oft bei genauem Hinsehen als Täuschung zu erkennen seien, betonte Nowack.

Es folge meist ein reger Nachrichtenaustausch. Es komme aber nie zu persönlichen Begegnungen, sagte Nowack. Dabei zeigten sich die Betrüger den Frauen als sehr aufmerksame Zuhörer. Nach ein paar Tagen würden dann Probleme geschildert, die mit Geld zu lösen seien. „Die Betrüger durchforsten vorher die sozialen Netzwerke und wissen um die Gewohnheiten ihrer Ansprechpartnerinnen, die dann alles preisgeben – inklusive Geld.“ Häufig würden Frauen sogar bei einer Bank Geld aufnehmen, um dem vermeintlichen Freund zu helfen.

Offenbar ganze Call-Center mit Liebesbetrügern

„Die Fälle häufen sich“, sagte Nowack. Es sei davon auszugehen, dass es sich um organisierte Kriminalität handele. Bei den Prüfungen eines Kontos, auf das Geld überwiesen wurde, seien Eingänge von anderen Opfern aus Mecklenburg-Vorpommern und dem ganzen Bundesgebiet gefunden worden.

Die Fahnder vermuten, dass die Täter hauptsächlich vom afrikanischen Kontinent aus agieren. Die Betrugsmasche sei auch als „Nigeria Connection“ bekannt. „Es gibt angeblich ganze Call-Center mit Love-Scammern.“

RND/dpa

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