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Norddeutschland Prozess gegen Detlef H. beginnt am 20. Juni
Nachrichten Norddeutschland Prozess gegen Detlef H. beginnt am 20. Juni
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14:25 15.03.2019
Im März 2018 erschütterten Vorwürfe von Frauen wegen sexueller Belästigung gegen den Lübecker Ex-Außenstellenleiter Detlef H. den Weißen Ring. Am 20. Juni beginnt nun der Prozess gegen den 73-Jährigen.
Im März 2018 erschütterten Vorwürfe von Frauen wegen sexueller Belästigung gegen den Lübecker Ex-Außenstellenleiter Detlef H. den Weißen Ring. Am 20. Juni beginnt nun der Prozess gegen den 73-Jährigen. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Kiel

Es ist das Aktenzeichen 67 Ds 746 Js 12820/18. Das ist der einzige Fall aus einem ganzen Konvolut von Anschuldigungen von Frauen gegen H., der jetzt zur Verhandlung kommt. Andere Vorwürfe wegen sexueller Belästigungen und sexueller Nötigung waren teilweise bereits verjährt. Sie stammen von Frauen, die sich hilfesuchend an den Opferhilfeverein gewandt hatten, darunter auch Opfer von Sexualstraftaten. Detlef H. weist alle Vorwürfe zurück.

Ein Gutachten soll die Glaubwürdigkeit der Zeugin untermauern.

Die Prozessvorbereitung verzögerte sich auch, weil über die Hauptbelastungszeugin noch ein „aussagepsychologisches Gutachten“ erstellt werden soll. Das Gericht hat das auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lübeck angeordnet. Offenbar wollen die Ankläger damit die Glaubwürdigkeit der Zeugin untermauern, weil in dem speziellen Fall Aussage gegen Aussage steht.

Der Prozess gegen Detlef H. ist bis Mitte Juli auf zunächst vier Verhandlungstage angesetzt.

Weißer Ring stellte nach dem Skandal das Beratungssystem um.

Für den Weißen Ring in Bund und Land hatte der Skandal weitreichende Folgen. Zwar haben sich die Beratungszahlen in Lübeck und landesweit stabilisiert, erläuterte Landeschefin Manuela Söller-Winkler kürzlich bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2018. Richterinnen und Richter aber würden dem Verein jetzt deutlich seltener Einnahmen aus Bußgeldern zusprechen.

In Beratungen des Weißen Rings gilt seither das Sechs-Augen-Prinzip. Mindestens zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen jetzt jeweils dabei sein, oder der oder die Hilfesuchende bringt eine Vertrauensperson mit zu dem Gespräch, heißt es.

Wolfram Hammer