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Norddeutschland Bootsbauer restauriert alte Schiffe
Nachrichten Norddeutschland Bootsbauer restauriert alte Schiffe
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17:22 23.02.2019
Schiffsbaumeister Leon Barthel (27) hübscht das Holzboot auf. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

 Der Inhaber des Lübecker Neu-, Aus- und Umbauunternehmens Bootsbau Barthel hat inzwischen vier Mitarbeiter. Ansässig ist der Bootsbaubetrieb Am Stau auf der Herreninsel. Ein idyllisches Fleckchen. Dort steht die große Lagerhalle mit den Werkstätten, wo unter anderem Holzboote aufgehübscht werden.

Viel Handarbeit ist notwendig

Los geht es morgens in der Frühe mit einer Arbeitsbesprechung. Es gilt, bei klassischen Holzbooten – ein Schwerpunkt des kleinen Betriebes – Planken auszutauschen, ein Teakdeck zu legen und ganz viel Handarbeit beim Schleifen zu machen. „Wir restaurieren auch alte Museumsschiffe“, sagt Barthel, der die Arbeit dann nicht in der Halle, sondern direkt auf dem Schiff am Hafen verrichtet. Zu den Aufgaben zählt ein Rundumservice einschließlich der Motoren- und Elektrotechnik. „Primär widmen wir uns klassischen Yachten und Booten aus Holz“, sagt der Handwerksmeister.

Tageslicht gibt es nicht

Eines der Holzschiffe liegt in der Halle. Aufgebockt ist es an Deck nur über Leitern und Arbeitsbohlen zu erreichen. Überall sind Scheinwerfer aufgestellt, denn Tageslicht gibt es hier nicht. Ein sogenannter Erhaltungsanstrich muss aufgetragen werden. Es ist ein klar lackiertes Mahagoni-Boot, an dem Barthel sich zu schaffen macht.

Der Bootsbauer

Die Ausbildung zum Bootsbauer dauert dreieinhalb Jahre. Sie erfolgt dual, das heißt, das Handwerklich-Praktische wird im Ausbildungsbetrieb erworben, im schulischen Teil die Theorie vermittelt. Bootsbauer lernen den Neubau, Reparatur, Restaurierung sowie Um- und Ausbau von Booten, Jachten und kleineren Schiffen. Wenngleich viel Handarbeit ansteht, werden auch modernste Maschinen verwendet. Die Landesberufsschule für Boots- und Schiffbau in Travemünde ist Deutschlands größte Ausbildungsinstitut.

„So ein Anstrich altert mit der Zeit. Auch der UV-Schutz im Lack nimmt dann ab“, erklärt Barthel. Was unter anderem zur Verfärbung des Anstrichs führen könne, sagt der Experte.

73 Boote in der vollen Halle

Momentan liegen 73 Boote in der Halle – kaum noch Platz zum Durchkommen. Immer im Herbst hat der große Schwerlastkran seinen großen Auftritt, werden die schweren Schiffe aus dem Wasser gehoben und zusammen mit dem Team des Yacht- und Sportboothafen Marina am Stau in die Hallen befördert.

Zurück zum Mahagoni-Boot: Jetzt ist eine gute Technik gefragt. Leon Barthel setzt das Schleifpapier immer wieder neu an, und arbeitet sich Zentimeter für Zentimeter weiter – Handarbeit vom Feinsten. Eine Arbeit, die Barthel auch aus Norditalien kennt. Dort hat der Mann mit der Liebe zum Maritimen Verwandtschaft in einem kleinen Fischerdorf, und schätzt unter anderem die dortigen eleganten Holzboote, die sogenannten Rivaboote, einst Symbole des gehobenen Luxus. „Sobald das Holz bearbeitet wird, sieht man es ihm an, und das ist dann der schöne Reiz an der Arbeit“, bekennt Barthel.

Rüdiger Jacob

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