Maskenpflicht im Job? Bei vielen Firmen in SH gibt es sie schon
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Maskenpflicht im Job? Bei vielen Firmen in SH gibt es sie schon

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11:26 25.08.2020
Eine Friseurin schneidet in einem Friseursalon den Pony einer Kundin. Beide tragen einen Mund- und Nasenschutz.
Eine Friseurin schneidet in einem Friseursalon den Pony einer Kundin. Beide tragen einen Mund- und Nasenschutz. Quelle: dpa
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Lübeck

Politiker diskutieren derzeit über die Notwendigkeit einer Maskenpflicht bei der Arbeit. Am Wochenende hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer dafür plädiert, im Fall steigender Corona-Zahlen eine bundesweite Maskenpflicht am Arbeitsplatz und im Schulunterricht zu prüfen. Viele Arbeitnehmer im Norden tragen ohnehin schon Maske.

Masken bei Niederegger

So bei Dräger in Lübeck. „Im Büro gilt die Regelung, 1,50 Meter Abstand zueinander zu halten“, erläutert Pressesprecherin Melanie Kamann. „In Bereichen, wo die Abstände nicht ständig gewahrt werden können, werden Masken getragen.“ Dies werde auch auf dem Werksgelände empfohlen, es gebe aber keine Verpflichtung.

Bei Niederegger werden im Café von der Bedienung Mund- und Nasenschutzmasken getragen, sagt Sprecherin Eva Mura. In der Produktion sei dies Pflicht, sofern der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden könne. „Manche tragen auch ein Visier.“ Wo möglich und sinnvoll, seien Trennwände installiert worden.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist auch in Hornbach-Märkten ein wesentlicher Bestandteil der Schutzmaßnahmen, stellt Sprecher Florian Preuß fest. „Auch im Markt Lübeck.“ Überall, wo direkter Kollegen im Kundenkontakt bestehe, sei das Vorschrift. „In den anderen Bereichen – Kassen mit Spuckschutz, Warenverräumung ohne Kontakt und so weiter – ist es den Kolleginnen und Kollegen freigestellt, ob sie die Maske tragen oder nicht.“

Zusteller dürfen ohne arbeiten

Beim Post-Zustelldienst DHL komme der Mundschutz überall dort zum Einsatz, wo die Einhaltung des empfohlenen Mindestabstands von 1,50 bis 2 Metern nicht dauerhaft gewährleistet werden könne, gibt Sprecherin Maike Wintjen Auskunft. Das sei so bei Technikern, bei den Transportaufsichten oder bei Einweisungen. „Es gibt keine generelle Tragepflicht von Mundschutz bei der Zustellung beispielsweise in Wohnhäusern oder Wohngebieten.“

Und wie ist es in der Klinik? „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UKSH tragen bei direktem Patientenkontakt in Ergänzung zu den coronaspezifischen Abstandsregeln einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz“, lautet die Antwort von Sprecher Maximilian Hermsen.

Maske an der Obsttheke

In den Landwege-Lebensmittelmärkten gibt es laut Marie Rabe keine generelle Maskenpflicht. „Wir tragen eine Schutzmaske beim Auffüllen der Ware an der Gemüse- und Obsttheke und im direkten Kundenkontakt, setzen sie also auf, wenn wir einem Kunden eine Auskunft geben.“

Im Hotel- und Gaststättengewerbe sei das Tragen einer Maske bei Kundenkontakt Pflicht, weiß Stefan Muuss vom Hotel Atlantic in Niendorf, der stellvertretender Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Lübecker Bucht ist. „Unsere Mitarbeiter tragen sie beim Service, im Hotel und am Tresen.“

Beim Friseur ist das Tragen einer Maske ohnehin Pflicht. „Von Anfang an, seit wir wieder öffnen durften“, erinnert sich Dagmar Höntzsch vom Salon Frisurenhandwerk Lübeck. Daran seien die Mitarbeiter und auch die Kunden längst gewöhnt.

Von Marcus Stöcklin