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Norddeutschland Mehr Angriffe von Hunden auf Menschen im Norden registriert
Nachrichten Norddeutschland Mehr Angriffe von Hunden auf Menschen im Norden registriert
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09:42 28.05.2019
In Schleswig-Holstein sind mehr Attacken von Hunden auf Menschen registriert worden. (Symbolbild) Quelle: Soeren Stache/dpa
Kiel

In Schleswig-Holstein sind mehr Attacken von Hunden auf Menschen registriert worden. 217 Beißvorfälle erfassten die Behörden nach Angaben des Innenministeriums 2017 und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor, als es 107 waren. Die Zahl von 2016 war allerdings auch die niedrigste in der zehnjährigen Geschichte der Statistik. Ansonsten schwankte die Zahl regelmäßig zwischen 140 und 170 Fällen.

An der Spitze der Beißstatistik standen 2017 erneut diejenigen Hunde, die in Schleswig-Holstein am häufigsten gehalten werden: Mischlinge, Schäferhunde, Jack Russel Terrier, Labrador und Kreuzungen mit diesen. Die Zahlen für 2018 lassen laut Innenministerium nach Auswertung der bisher von 13 Kreisen vorliegenden Zahlen ein ähnliches Ergebnis erwarten.

Neue Rechtslage gibt Behörden mehr Spielraum

Das Innenministerium verwies darauf, dass seit 2016 eine neue Rechtslage gilt, die den Behörden deutlich mehr Spielraum gebe. Nach dem bis 2015 geltenden Gefahrhundegesetz hätten die Kommunen allein jene Fälle registriert und weitergeleitet, die zu einer Einstufung eines Hundes als gefährlich geführt haben. Nach der neuen Rechtslage könnten sie Beißvorfälle danach bewerten, ob diese eine Einstufung rechtfertigen oder ob niedrigschwelligere Maßnahmen wie ein Leinenzwang angemessen sind.

200 Mal kein Einstufungsverfahren

Damit werden nun folglich auch Verdachtsfälle registriert, die nicht zwangsläufig zu einem sogenannten Einstufungsverfahren führen – zum Beispiel, weil ein gemeldeter Biss medizinisch nicht nachweisbar ist oder ein Hergang nicht eindeutig bewiesen werden kann. 2017 wurde bei 480 registrierten Hundevorfällen mehr als 200 Mal kein Einstufungsverfahren eröffnet. In diesen Zahlen sind auch Angriffe auf andere Hunde enthalten, nicht nur auf Menschen.

RND/dpa

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