Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Meldestelle: 43 antisemitische Vorfälle in Schleswig-Holstein
Nachrichten Norddeutschland Meldestelle: 43 antisemitische Vorfälle in Schleswig-Holstein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 10.10.2019
Die Meldestelle „LIDA-SH“ dokumentiert Schmierereien genauso wie tätliche Angriffe mit antisemitischem Hintergrund in Schleswig-Holstein. Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

Seitdem es die vom Bundesinnenministerium geförderte Plattform gibt, seien 43 Vorfälle in Schleswig-Holstein verifiziert worden, teilte die zuständige Referentin Sigrid Richolt auf LN-Anfrage mit. Weitere Taten würden aktuell noch in einem Prüfungsprozess stecken. „Wir überprüfen die Meldungen, die bei uns eingehen, nach einem bestimmten Verfahren. Unter anderem wird die Plausibilität geprüft“, so Richolt. Antisemitische Vorfälle können über eine Hotline oder über ein entsprechendes Formular an die Stelle in Kiel gemeldet werden.

Meldestelle geht von hoher Dunkelziffer aus

Die Bandbreite der Vorfälle ist laut Richolt breit: „Von verletzendem Verhalten und Schmierereien im öffentlichen Raum bis hin zu Bedrohungen und tätlichen Angriffen war schon alles dabei.“ Sie glaubt, dass die bisherigen Meldungen eher etwas über die Alltäglichkeit von Antisemitismus in Schleswig-Holstein aussagt als über die tatsächlichen Zahl von Vorfällen. „Wir glauben, dass wir es mit einer Dunkelziffer im Land zu tun haben“, so Richolt.

Kontakt zu Beratungsstellen

Betroffene, die einen Vorfall melden, bekommen – wenn sie es wünschen – Kontakt zu einer entsprechenden Beratungsstelle hergestellt. „Wir haben es mit sehr unterschiedlichen Taten zu tun, die sich alle auch unterschiedlich auf einen Betroffenen auswirken. Jeder geht unterschiedlich damit um“, weiß Richolt.

Antisemitismus schon bei Schulkindern

Eine Regionalanalyse zum Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein der Uni Kielaus dem Jahr 2016 zeigt unterdessen, dass Antisemitismus bereits in der Schule anfängt. Bei einer Umfrage unter Mittelstufen-Schülern in Lübeck kam beispielsweise heraus, dass 12,9 Prozent der Aussage „Durch ihr Verhalten sind die Juden in ihrer Verfolgung in Deutschland mitschuldig“ und 12,6 Prozent der Aussage „Die Juden haben einfach etwas Besonderes an sich und passen nicht so recht zu uns“ zustimmen.

Lesen Sie auch:

Schleswig-Holstein will Rechtsextreme im Internet aufspüren

Ministerin sagt jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein Unterstützung zu

Von Jan Wulf

Direktverbindungen der Bahn zwischen Lübeck und Kopenhagen wird es mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember für viele Jahre lang nicht mehr geben. Die gute Nachricht: Der ICE Lübeck–München fährt wieder.

10.10.2019

Der Chef der SPD-Landtagsfraktion Ralf Stegner macht durch AfD und NPD „geschürte Überfremdungsängste“ für Taten von Extremisten mitverantwortlich. Die AfD hingegen fordert, die Tat von Halle nicht zu instrumentalisieren.

10.10.2019

Nach dem Anschlag am Mittwoch in Halle durch einen offenbar rechtsextremen Täter hat Kultusministerin Karin Prien (CDU) den jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein ihre Unterstützung zugesagt.

10.10.2019