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Norddeutschland Mangelnde Bewegung macht Menschen krank
Nachrichten Norddeutschland Mangelnde Bewegung macht Menschen krank
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18:52 05.09.2018
Viele Menschen verbringen ihre Zeit lieber auf dem Sofa als beim Sport. Quelle: Fotolia
Lübeck/Genf

 Zu wenig Bewegung kann krank machen. Die Erkenntnis ist nicht neu, die Entwicklung aber geht in eine falsche Richtung. In Deutschland ist die Zahl der Menschen, die zu wenig Sport treiben oder im Alltag nicht ausreichend körperlich fit sind, zuletzt um mehr als 15 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Experten aus Schleswig-Holstein geben Tipps, wie Menschen gegenlenken können.

Nach WHO-Angaben bewegt sich fast ein Drittel aller Frauen nicht in ausreichendem Maße, während bei den Männern knapp ein Viertel zu passiv sei. Der Bewegungsmangel begünstige Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz und einige Krebsformen, warnen die Forscher. Ihrem Bericht zufolge sind insbesondere Erwachsene in den reicheren Ländern betroffen. Dort herrsche eine Tendenz zu langem Sitzen am Arbeitsplatz oder auf den immer häufiger werdenden Reisen. Weltweit bewegten sich 1,4 Milliarden Menschen nicht genug, so die WHO.

Immer mehr Patienten mit Problemen an Rücken oder Gelenken

Prof. Andreas Paech, Chefarzt für Orthopädie am Lübecker Universitätsklinikum (UKSH), bestätigt die unheilvolle Entwicklung. Der Anteil derer, die mit dem Bewegungsapparat ein Problem haben, habe im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Die Zahl von UKSH-Patienten mit Rückenschmerzen beispielsweise sei um mehr als 20 Prozent gewachsen. Grundsätzlich betroffen von den Folgen der Bewegungsarmut seien alle Gelenke, zumal wenn bei den Patienten Übergewicht und Fehlernährung hinzukommen würden.

„Gesunde Ernährung und mehr Bewegung müssen Spaß machen“, lautet die zentrale Empfehlung des Lübecker UKSH-Mediziners. Wichtig sei es, sich zunächst kleine und realistische Ziele zu setzen. „Im Alltag mal einen Gang zu Fuß machen oder den Weg zur Arbeit auf dem Rad zurücklegen.“ Auch Angebote des Arbeitgebers oder andere Präventivprogramme, um sich fit zu halten, sollten deshalb genutzt werden.

Prävention durch Sport

Auch der Landessportverband beobachte die Entwicklung mit Sorge, sagt Geschäftsführer Thomas Niggemann. „Vor allem, weil es nachgewiesenermaßen kein besseres Präventionsmittel für nahezu alle Krankheitsbilder gibt als regelmäßige Bewegung.“ Dabei biete der Sport mit seinen 2600 Vereinen in Schleswig-Holstein ein einmaliges Netzwerk bis in das kleinste Dorf. Eine Million Schleswig-Holsteiner nähmen die Vereinsangebote regelmäßig wahr. Projekte und Programme, beginnend in Kita und Schule, reichten über die betriebliche Gesundheitsförderung bis hin zum Seniorensport.

Viele Berufstätige könnten losgelöst von Gesundheitskursen ohne viel Aufwand etwas gegen den Bewegungsmangel im Alltag tun, rät Florian Unger, Sprecher des Landesverbands der Ersatzkassen (vdek). Als Beispiele nennt Unger eine „bewegte Mittagspause“ oder „statt des Fahrstuhls auch mal die Treppe zu nehmen“.

Krankenkassen bieten Kurse

Laut „DKV-Report 2018“ rutschte der Anteil der Bundesbürger, die gesund lebten, in der jüngsten Umfrage erstmals unter zehn Prozent. „Deutschland geht die Puste aus“, titelte die Privatversicherung. Einer erst kürzlich veröffentlichten repräsentativen Umfrage des IGES-Instituts im Auftrag der AOK zufolge spielt für jede dritte Familie körperliche Aktivität in der Freizeit überhaupt keine Rolle. 36 Prozent der Befragten gaben an, dass zeitlicher Stress daran Schuld sei. Die AOK Nordwest versuche, dem Bewegungsmangel auf allen Ebenen zu begegnen, erklärte Kassensprecher Jens Kuschel. Dazu zähle neben mehr als 2000 eigenen Kursen im Jahr die Kostenerstattung zertifizierter Kursangebote.

„Es liegt im Interesse jedes Einzelnen von uns, sich selbst zu überprüfen und zu fragen, bewege ich mich wirklich genug“, sagte der Kieler Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Oftmals würden schon einfache Mittel wie regelmäßige Bewegungsübungen helfen, rät der Minister. „Hauptsache, wir kommen in Bewegung.“

Curd Tönnemann

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