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Norddeutschland Beschuldigter schweigt weiter
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20:10 23.07.2018
Das Motiv für die blutige Messerattacke in Lübeck-Kücknitz liegt weiter im Dunkeln.  Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

Der Tatverdächtige, ein Deutsch-Iraner, sitzt seit Sonnabend unter anderem wegen Mordversuchs in Untersuchungshaft. Ihm werden auch gefährliche Körperverletzung, Körperverletzung und versuchte besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen. Einen terroristischen oder fanatisch-religiösen Hintergrund der Tat hatte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) bereits am Freitagabend weitgehend ausgeschlossen. Auch die Staatsanwaltschaft sah dafür bisher keine Anhaltspunkte.

Von den Opfern sei nur noch ein 21-jähriger Niederländer im Krankenhaus, sagte Hingst. Auch er sei auf dem Wege der Besserung. Der Mann war mit schweren Stichverletzungen in die Klinik gekommen.

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Inwieweit der Beschuldigte psychische Probleme hat, ist weiter unklar. „Wir haben aktuell keine Hinweise darauf, dass seine Schuldfähigkeit bei der Tatbegehung aufgehoben gewesen sein könnte“, bekräftigte Hingst. Ein psychiatrischer Sachverständiger werde diese Woche nicht mehr hinzugezogen.

Zudem müsse die Verteidigung die Möglichkeit bekommen, zur Auswahl des Sachverständigen Stellung zu nehmen. Der Beschuldigte sei nicht verpflichtet, mit einem Sachverständigen zu sprechen. Auch dies müsse der Verteidiger mit seinem Mandanten erörtern. „Davon hängt der weitere Verlauf auch ab“, sagte Hingst.

Noch würden Zeugen gesucht: Nur 25 der wohl 70 Insassen hätten sich bei der Polizei gemeldet.

Auch im Internet wird die Tat diskutiert. Nachbarn des Täters sollen demnach erzählt haben, dass schon vor einigen Wochen bei diesem ein Polizeieinsatz mit SEK und Hunden gewesen sei. Eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft gab es dazu gestern nicht.

stö

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