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Norddeutschland Messerattacken: Einheitliche Auswertung gefordert
Nachrichten Norddeutschland Messerattacken: Einheitliche Auswertung gefordert
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13:01 11.06.2019
Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) diskutiert am Mittwoch mit seinen Amtskollegen über die Frage, wie Messerattacken bundeseinheitlich erfasst und ausgewertet werden können. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Am Mittwoch treffen sich die Innenminister der Bundesländer in Kiel. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Messerattacken künftig bundesweit einheitlich erfasst werden können, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Bisher handhaben die Bundesländer die Erfassung und Auswertung von Messerattacken recht unterschiedlich. Das erschwert die Aufklärungsarbeit der Polizei vor Ort sagte am Dienstag im Vorfeld des Treffens Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). „Viel wichtiger als die Vergleichbarkeit ist für mich als schleswig-holsteinischer Innenminister, dass unsere Landespolizei die zur Bewertung der Lage bei Straftaten mit Messern notwendigen Auswertungen vornehmen kann“, sagte Grote.

„Enorm komplexe Aufgabe“

„Ein bundesweit einheitliches Verfahren ist eine enorm komplexe Aufgabe. Die deshalb nach Auskunft der Fachleute nicht verkürzbare Dauer der Umsetzung von Änderungen sorgt auch bei mir manchmal für Kopfschütteln, muss aber akzeptiert werden“, sagte Grote. Im Norden würden Taten unter der Verwendung von Stichwaffen bereits heute erfasst. „Da sind dann beispielsweise auch Schraubendreher dabei, aber man kann sich damit behelfen.“ Die Länder arbeiteten bis zur Vereinheitlichung mit eigenen Verfahren weiter.

Mindeststrafmaß soll erhöht werden

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Justizministerkonferenz der Länder mit der Mehrheit der CDU-Minister härtere Strafen für Messerattacken gefordert. Das bisherige Mindeststrafmaß für Messerangriffe mit gefährlicher Körperverletzung könnte von sechs Monaten auf ein Jahr erhöht werden, sagte der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) nach dem Treffen in Lübeck.

Bundesweit gibt es bisher keine einheitliche statistische Erfassung von Messerattacken in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Eine solche Statistik ist von den Innenministern gewollt und könnte frühestens 2022 vorliegen.

dpa

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